Degem - Deutsche Gesellschaft für elektroakustische Musik e.V.

[ 30. März 2010 ]

BERLIN - Newsletter der Unerhörten Musik, Ausgabe März-April 2010

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"Nach meiner Beobachtung ist das Anliegen des Komponisten nicht in  
erster Linie das Schöne, sondern eher das Fesselnde, auch das  
kompositionstechnisch Raffinierte, vor allem aber das Neuartige, denn  
nur dieses ist ein Stück von ihm, gehört ihm ganz."
(Georg Katzer)

international preisgekrönt und als Gast bei den großen Festivals hat  
sich das SONIC.ART Saxophonquartett innerhalb weniger Jahre zum  
shooting star unter den Berliner Ensembles entwickelt.

„Die Überflieger waren da!“ (clarino, 06/09)
„Vom Erfolg solcher Ensembles wie sonic.art wird dereinst der  
Erfolg der Elbphilharmonie abhängen.“ (Die Welt)

Am kommenden Dienstag, 30. März wird das Quartett neben Werken von  
Malte Giesen, Tim Jouko Hermann, Fuminori Tanada und Georg Katzer zwei  
Uraufführungen der jungen Komponisten Neele Huelcker und Kaspar  
Querfurth spielen.

Barbara Buchholz, Theremin-Virtuosin und "Supertalent", war im  
vergangenen Jahr bereits mit Ihrem üppigen "touch! don’t touch"-
Projekt in der Unerhörten Musik zu Gast.

Nun hat sie sich mit dem Kontrabass-Heroen Matthias Bauer  
zusammengetan, um am Dienstag, 6. April neue Theremin-Kontrabass-Duos  
von Stefan Lienenkämper und Gabriel Iranyi zu spielen und  
darüberhinaus jeweils solistisch Kompositionen von Michael Edward  
Edgerton, Juan María Solare,  Pierre Alain Jaffrennou, Martin Daske,  
Juliane Klein, Matthias Bauer selbst und Peter Gahn zu performen.

Das Theremin, 1919 vom russischen Physikprofessor Lev Theremin  
erfunden, ist das erste und einzige elektronische Instrument, das man  
zum Klingen animiert, ohne es zu berühren. Damals seiner Zeit voraus,  
trifft es heute den Zeitgeist durch eine sinnliche und lebendige  
Umgangsweise mit Elektronik.


Dienstag 30. März, 20:30
SONIC.ART Saxophonquartett

Ruth Velten, Sopransaxophon
Alexander Doroshkevich, Altsaxophon
Martin Posegga, Tenorsaxophon
Annegret Schmiedl, Baritonsaxophon


Malte Giesen
Insomnia (2008/09)
für Saxophonquartett
Insomnia - (Schlaflos)

Malte Giesen, 1988 in Tübingen geboren, komponierte im Alter von 14  
Jahren seine ersten Werke. Seit 2007 studiert er an der Hochschule für  
Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Komposition/Computermusik bei  
Marco Stroppa. Er war Teilnehmer des Förderkurses „Jugend komponiert“  
mit Wolfgang Ludewig, Jan Kopp, Joachim Bornhoefft, Christian Halten  
und Helmut Lachenmann.


Neele Huelcker
Kluckt (2009)
für Saxophonquartett UA
„Mir schwebten spinnenetzartige Verflechtungen, fein ziselierte, sich  
ständig bewegende und verändernde Muster deren Einzelverästelungen zu  
einem unruhigen Ganzen verschmelzen, vor. Aus dieser Idee entwickelte  
ich eine Art musikalische Architektu, wobei die ursprüngliche  
Klangvorstellung zum „Hauptbaustein2 werden sollte, der durch  
verschiedene andere Elemente (einzelne ausgehaltene Töne, kurz  
gespielte, eher geräuschhaft wirkende Akkorde...) jeweils in ein  
anderes Licht gerückt, bzw. verändert wird.

Neele Hülcker wurde 1987 in Hamburg geboren und erhielt 2002 ihren  
ersten Kompositionsunterricht an der Jugendmusikschule Hamburg bei  
Dorothea Hinzpeter. Seit 2006 studiert sie bei Dieter Mack an der   
Musikhochschule Lübeck. Sie war Preisträgerin des Bundeswettbewerbs  
Komposition, des Jugendkompositionswettbewerbs Sachsen-Anhalt und des  
„Andreas Werkmeister-Preises“ der Stadt Halberstadt.  Als Erasmus-
Austauschstudentin studierte sie 1 Semester an der Sibelius-Akademie  
in Helsinki bei Tapio Nevanlinna.


Tim Jouko Hermann
Skiatographie (2009)
für Saxophonquartett
Hinter dem Begriff „Skiatographie“ verbirgt sich ein Kunstwort,  
gebildet aus den altgriechischen Worten „skia“ für „Schatten“ und  
„graphein“ für „schreiben“ oder „zeichnen“.
Angeregt zu dem Stück wurde ich von den beeindruckenden  
lichtkinetischen Objekten des vor wenigen Jahren verstorbenen  
Künstlers Siegfried Albrecht. Dessen komplex anmutende Apparaturen  
ermöglichen es, durch eine äußerlich nicht sichtbare Mechanik auf  
einer halbdurchlässigen Scheibe farbige Schatten zu erzeugen. Diese  
durch Lichtstreuung entstehenden, flüchtigen Objekte befinden sich in  
ständiger zeitlupenhafter Bewegung und werden durch unvorhersehbare  
Überlagerungen und Farbwechsel immer wieder neu „erschaffen“.
Auf mich wirkte dieses Wunder der Metamorphose äußerst inspirierend,  
und nachdem ich im letzten Jahr den Auftrag bekommen hatte, im Rahmen  
der Konzertreihe „kontrapunkte“ ein Werk für sonic.art zu schreiben,  
reifte in mir die Idee, den einheitlichen und doch chamäleonartig  
variablen Klang der Saxophonfamilie dafür zu nutzen, den mir im  
Gedächtnis gebliebenen Farbverläufen der lichtkinetischen Maschine  
musikalisch nachzuspüren und sie klingend „nachzuzeichnen“.
Die langsamen Verläufe der „farbigen Schatten“ finden sich also in der  
Komposition wieder, die aus einer einzigen klanglichen Zelle heraus  
entwickelt ist. Die Intervallik der ersten musikalischen „Aussage“  
bleibt für den Verlauf des Stückes prägend und wird einer  
kontinuierlichen Metamorphose unterworfen. Diese Veränderung findet  
vor allem innerhalb eines Circulatio-Motivs statt, das sich in der  
Entwicklung des Quartetts immer stärker exponiert und schließlich in  
eine Tremolo- bzw. Triller-Figur verwandelt wird. Die Verdichtung des  
Satzes nimmt hierbei stetig zu. Der anfänglich fragmentarisch  
anmutende, durch zahlreiche Fermaten unterbrochene musikalische Fluss  
erreicht seinen Kulminationspunkt, wenn sich zur Mitte des Stückes hin  
aus den amorphen Strukturen melodischere Fragmente herausschälen, die  
kurz aufglühen, um sogleich wieder in sich zusammenzufallen und in der  
Motivik des Anfangs aufzugehen. Der so konstruierte Rahmen drängt das  
musikalische Geschehen gleichermaßen auf relativ engem Raum zusammen,  
womit zum einen eine bewusst kalkulierte Intensivierung der Klänge an  
sich und zum anderen eine Intensivierung der Klangwahrnehmung  
ermöglicht werden soll. Die vielfach abschattierten Farbvarianten, die  
im an sich monochromen Klangbild der Saxophonfamilie möglich sind,  
werden so besonders unmittelbar erlebbar.

Timo Jouko Herrmann studierte Komposition bei Prof. Ulrich Leyendecker  
an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst  
Mannheim. Wichtige Impulse und Anregungen erhielt er von den  
Komponisten Hermann Schäfer, Krzysztof Meyer, Detlev Glanert, Roberto  
Doati und Wladimir Zagorzew. Er schrieb u.a. Werke für den  
Heidelberger Madrigalchor, das Bläserensemble des Gewandhausorchesters  
Leipzig, die Opernschule der Mannheimer Musikhochschule, die  
Heidelberger Sinfoniker und das Philharmonische Orchester Heidelberg  
sowie für das Sinfonieorchester der Justus-Liebig-Universität Gießen.  
Daneben verfasste er Auftragswerke für diverse Festivals wie z.B. die  
Heidelberger Biennale für Neue Musik, das SYLTARTFESTIVAL oder die  
Konzertreihe kontrapunkte Speyer. Für seine Kompositionen erhielt  
Herrmann diverse Auszeichnungen, darunter den Kompositionspreis der  
SAP AG und der Stadt Walldorf und ein Stipendium der Wilhelm-Müller-
Stiftung sowie den 1. Preis beim internen Hochschulwettbewerb der  
Mannheimer Musikhochschule. Im Rahmen des von der Neuköllner Oper  
veranstalteten Berliner Opernpreises wurde er 2006 als Finalist zu  
einem mehrtätigen Workshop nach Berlin eingeladen.
Einige bemerkenswerte Stationen seiner bisherigen künstlerischen  
Laufbahn sind die Aufführung seiner Kadenzen und Eingänge zu Mozarts  
Fagottkonzert bei den Salzburger Festspielen mit der Camerata Salzburg  
unter Leitung von Sir Roger Norrington, die Uraufführung der  
Kammeroper Unreine Tragödien und aussätzige Dramatiker am Theater der  
Stadt Heidelberg, sowie zuletzt ein literarisch-musikalisches Projekt  
mit der Schauspielerin Heike Makatsch.
Neben seiner kompositorischen Tätigkeit ist Timo Jouko Herrmann auch  
als Violinist und Ensembleleiter aktiv. Als Solist war er u.a. bei den  
Darmstädter Tagen für Neue Musik und den Bruchsaler Barocktagen sowie  
in mehreren Radioproduktionen des SWR zu hören. Er wurde mit  
Stipendien der Karlsruher Händel-Akademie und der Vereinigung Yehudi  
Menuhin - Live Music Now ausgezeichnet und gewann mit dem  
Barockensemble operino den Gebrüder-Graun-Preis 2005. Außerdem ist er  
als musikwissenschaftlicher Berater für diverse Orchester und Solisten  
wie die Heidelberger Sinfoniker und das Mannheimer Mozartorchester  
tätig. Eine CD-Reihe mit Musik von Antonio Salieri entsteht derzeit  
für das Label hänssler CLASSIC.
Die Arbeit von Timo Jouko Herrmann ist mehrfach in verschiedenen  
Medien dokumentiert worden. SWR2, MDR Figaro und die ungarische  
Station MR3-Bartók widmeten ihm Sendungen. Das SWR-Fernsehen stellte  
den Musiker u.a. in den Sendungen Landesschau mobil und Nachtkultur vor.


Kaspar Querfurth
Windcontroller (2009/10)
für Saxophonquartett UA
Ein Wind Controller ist ein elektronisches Musikinstrument, das  
ähnlich wie ein Keyboard funktioniert, aber wie ein Blasinstrument,  
z.B. wie ein Saxophon, gespielt wird. Dieses Instrument kommt in  
meinem Stück nicht vor. Stattdessen habe ich den Begriff „Wind  
Controller“ als Ausgangspunkt meiner Überlegungen genommen und  
Möglichkeiten gesucht und ausprobiert, das Saxophon den Wind  
kontrollieren zu lassen. So geben zum Beispiel verschiedene  
Spieltechniken vor, wann musikalisches Material in eine bestimmte Art  
von Luftgeräusch umgewandelt wird. Auch kommt es vor, dass ein  
Saxophon durch sein Spiel die Luftgeräusche der anderen Saxophone  
steuert.

Kaspar Querfurth wurde 1990 geboren. Schlagzeugunterricht seit 2000,  
Kompositionsunterricht bei Helmut Zapf 2003-2009. Mehrfach Preisträger  
bei Jugend Komponiert Berlin/Brandenburg und bundesweit. 2007  
Preisträger des Schülerkompositionswettbewerbs der Berliner  
Philharmoniker. Abitur im Juni 2009, ab Wintersemester 2009/10 Student  
an der Musikhochschule Lübeck, Hauptfach Komposition bei Prof. Dieter  
Mack.


Fuminori Tanada
Mysterious morning II (1996)
für Saxophonquartett
Fuminori Tanada wurde 1961 in Okayama geboren und studierte von 1979  
bis 1983 Komposition an der National University of Art and Music  
Tokyo, unter anderem bei Yoshio Hachimura. Er ergänzte seine Studien  
am conservatoire national superieur de musique de Paris, wo er erste  
Preise für Komposition und Orchestration erhielt. Er ist Pianist des  
Neue Musik Ensembles Itineraire für das er ebenfalls komponiert.


Georg Katzer
Wie ein Hauch, doch manchmal… (1993)
für Saxophonquartett
Leise, wie ein Hauch beginnt das Alt-Saxophon mit einer unscheinbaren,  
hingehauchten Tonfolge, die beantwortet wird von Sopran- und  
Tenorsaxophon in einer -beinahe- einstimmigen Replik. Beide  
Instrumente driften minimal auseinander und erzeugen winzige  
Reibungen, Klangschatten, ähnlich impressionistischen Unschärfen. Das  
Klangbild verfestigt sich dann um bald darauf wieder   verunklarend  
auseinander zu treten und schließlich zu zerbröckeln. Damit ist ein  
Gestus des Stückes beschrieben. Ein anderer besteht in den oft  
unvermittelten dynamischen Eruptionen, in den Rauheiten und Schärfen  
des Klanges. Ähnlich Gegensätzliches ist im Rhythmisch-Metrischen  
angelegt. Streng koordinierte Abläufe, auch in blockartigen Strukturen  
"Note gegen Note", werden gebrochen durch freie Teile bis hin zu  
solchen, in denen es keine Koordination mehr gibt, im Notenbild  
dadurch erkennbar, daß keine Partitur notiert ist, sondern nur  
Einzelstimmen vorhanden sind. So vollzieht sich die Komposition als  
Prozeß zwischen den Grenzen von Bestimmheit und Offenheit, von  
Behauptung und Infragestellung.

Georg Katzer, geb. 1935 in Habelschwerdt, Schlesien, studierte  
Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin in Berlin (Ost)  
und an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Danach war er  
Meisterschüler von Hanns Eisler an der Akademie der Künste der DDR, zu  
deren Mitglied er im Jahre 1978 gewählt wurde. Ernennung zum Professor  
für Komposition in Verbindung mit einer Meisterklasse. Hier gründete  
er das Studio für Elektroakustische Musik, dessen künstlerischer  
Berater er bis heute ist. Seit 1963 lebt Katzer als freischaffender  
Komponist in und bei Berlin. Neben seiner kompositorischen Arbeit  
(Kammermusik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette,  
2 Puppenspiele, Computermusik) beschäftigt er sich mit Multimedia-
Projekten und Improvisation.


SONIC.ART Saxophonquartett
Das sonic.art Saxophonquartett hat sich innerhalb kürzester Zeit den  
Ruf eines hervorragenden jungen Kammermusikensembles verschafft.
Sei seiner Gründung im Jahr 2005 wurde das Quartett bereits vielfach  
mit nationalen wie internationalen Preisen ausgezeichnet. So erhielt  
es den
1. Preis sowie den Grand Prix des    internationalen  
Kammermusikwettbewerbs für zeitgenössische Musik Krakau/Polen
(ehem. Penderecki-Wettbewerb) 2007
Preis des Deutschen Musikwettbewerbs 2008
1. Preis beim 18ten Internationalen Kammermusikwettbewerb  
Thessaloniki/
Griechenland 2008
2. Preis des 3. Internationalen Kammermusikwettbewerbs Karlsruhe 2009
Classic Music Award Schweiz 2009

Des Weiteren war das sonic.art Quartett Stipendiat der Gotthard-
Schierse Stiftung Berlin 2009, seit 2008 Stipendiat der Deutschen  
Stiftung Musikleben und seit 2005 Stipendiat des Vereins Live-Music-
Now-Berlin.
- ausgewähltes Ensemble 2010 der Darmstädter Ferienkurse für Neue  
Musik; Zusammenarbeit mit jungen Komponisten.
Bei der Literaturauswahl legen die Musiker besonderen Wert auf die  
Originalkompositionen für Saxophonquartett. So liegt der Schwerpunkt  
auf der Interpretation zeitgenössischer Werke.
Eine wichtige Rolle spielt hier die enge Zusammenarbeit mit  
Komponisten, wie z.B. Sofia Gubaidulina, Helmut Lachenmann, Walter  
Zimmermann, Georg Katzer, Olga Neuwirth, Fabien Lévy und Steffen  
Schleiermacher.
Tourneen führten das Quartett bereits durch verschiedene Länder  
Europas sowie Asiens. So ist das Ensemble auf renommierten Festivals  
wie dem Warschauer Herbst, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem  
Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Cambridge Summer Music  
Festival zu Gast. 2008 gab das Ensemble sein Konzertdebüt in Japan.  
Anfang 2010 ist die Debüt-CD des Quartetts in Kooperation mit dem  
Deutschlandfunk bei dem Label Genuin erschienen.
Neben ihrer kammermusikalischen und solistischen Tätigkeit   
konzertieren die Quartettmitglieder regelmäßig in  Orchestern, in  
Theater- und Operninszenierungen – u. a. bei den Berliner  
Philharmonikern, dem Deutschen Sinfonie Orchester Berlin, der  
Komischen Oper und dem Konzerthausorchester Berlin und dem Ensemble  
Modern.
Künstlerische Zusammenarbeit verbindet das Quartett mit  
Musikerpersönlichkeiten wie dem Pianisten Jacques Ammon und  
Sopranistin Evelina Dobraceva. Wichtige Impulse erhielt das sonic.art  
Quartett durch Studien bei Eberhard Feltz und William Forman an der  
HfM H. Eisler Berlin, wo das Ensemble 2009 sein Konzertexamen mit  
Auszeichnung ablegte.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.sonicartquartett.de


Dienstag 6. April 20:30
Barbara Buchholz, Theremin
Matthias Bauer, Kontrabass

Michael Edward Edgerton
The Oak of Mambre (2008)
für Kontrabass solo

Michael Edgerton, geboren 1961 in Wisconsin/USA, begann seine  
musikalische Laufbahn in den USA mit Studien an der University of  
Wisconsin (Bachelor of Arts in Vocal Performance), der Michigan State  
University (Master of Music in Composition) an der University of  
Illinois (Doctorate of Musical Arts in Composition) und am National  
Center for Voice and Speech. Er erhielt zahlreiche Preise (Sal  
Martirano Composition Award, MacDowell Club, National Federation of  
Music, etc.) und Stipendien und Studienaufenthalte (The American-
Scandinavian Foundation, Paul-Sacher Stiftung 2004, The Leverhulme  
Trust /GB 2006, Künstlerwohnung Chretzeturm in Stein am Rhein im Jahr  
2008). Michael Edgerton arbeitet als freischaffender Komponist in  
Berlin.


Juan María Solare
oración (2009)
für einen Sprecher / eine Sprecherin * mit oder ohne  
Instrumentalbegleitung
Version für Stimme und Kontrabass

Bremen, 26 V 2009 (spanischer Text)
Bremen, 3 XII 2009 (deutsche Fassung, Korrekturen Berlin 5 XII 2009  
mit Juliane Dehning)

Dies ist ein Satz.
Dies ist ein kurzer Satz.
Dies ist ein etwas längerer Satz.
Dies ist ein Satz von noch bedeutender Größe.
Dies ist ein Satz, der sich weiter und weiter streckt.
Dies ist ein Satz, der am Anfang noch relativ kurz war.
Dies ist ein Satz, der ein unglaubliches Wachstumspotenzial in sich  
trägt.
Dies ist ein Satz, der am Anfang noch relativ kurz war und nun  
ungezügelt wächst.
Dies ist ein Satz, der mittels eines schlichten Additionsverfahren an  
Ausdehnung gewinnt.
Dies ist ein Satz, der die inflationären Wirkungen der allmählichen  
Entwicklung nicht verkennt.
Dies ist ein Satz, der stillschweigend die Frage nach der maximalen  
Länge einer Phrase stellt: wie viel kann er sich ausbreiten, ohne an  
Sinn zu verlieren.
Dies ist ein in zunehmendem Maße flächendeckender Satz, der sich im  
Prinzip auf unabsehbare Zeit hinausziehen könnte, indem man ihm mehr  
und mehr Nebensätze, Adjektive und weitere Syntagmen hinzufügt, ohne  
in Gekünsteltheit zu geraten.

Dieser Satz fängt nichtsdestotrotz an, sich zurückzuziehen, weil er  
weiß, dass der Tag nur vierundzwanzig Stunden hat und das  
Menschenleben kürzer ist, als wir glauben.
Dieser Satz will die Grenzen der Geduld von denen nicht überschreiten,  
die netterweise gekommen sind, um ihn zu hören.
Dieser Satz, der eine beträchtliche Länge erreicht hatte (willkürlich  
bestimmt), schrumpft stufenweise zusammen.
Dieser Satz ist folglich wie das Universum, das -wie verlautet- zuerst  
expandiert und dann kontrahiert.
Dieser Satz deutet auf diszipliniertes Denken hin, obwohl er keinen  
besonderen Gedanken vermittelt.
Dieser Satz verkleinert sich syntaktisch, allerdings nicht semantisch.
Dieser Satz ist auch wie ein Metal, das sich audehnt und abkühlt.
Dieser Satz hat nie die Grenzen der Verständlichkeit überstiegen.
Dieser Satz ist nicht das Subjekt, sondern das Objekt dieses Satzes.
Dieser Satz sagt mehr oder weniger immer das Gleiche.
Dieser Satz würde gerne nie total verebben.
Dieser Satz weist winzige Varianten vor.
Dieser Satz spricht über sich selbst.
Dieser Satz ist selbstreferenziell.
Wie wir alle.
Na und?
* JMS * Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. *

Über die Aufführung:

Dies Stück existiert in drei Hauptfassungen, je nachdem, wie die  
Instrumentalbegleitung ist:
(a) inexistent (nur Text ohne Instrumentalbegleitung). Dauer: ca. 2:30  
Minuten
(b) agiles Instrument mit Tönen bestimmer Tonhöhe. Dauer: ca. 4 Minuten
(c) "träges" Instrument mit Klängen unbestimmer Tonhöhe. Dauer: ca. 6  
Minuten

(Mit "trägem" Instrument meine ich die, die eine lange Nachhallzeit  
haben: Gong, Trommel, Flageoletts eines Flügels, usw. "Agile"  
Instrumente sind fast alle des Orchesters.)
In allen drei Fällen muss die Geschwindigkeit der Rezitation die  
Verständlichkeit des Textes garantieren: weder zu schnell noch extrem  
langsam. Die Geschwindigkeit der Rezitation muss nicht unbedingt die  
gleiche sein wie die der Instrumentalbegleitung.

Die Instrumentalbegleitung wird im Idealfall von der gleichen Person  
gemacht, die rezitiert. Die Lautstärke kann man frei wählen und kann  
("muss" nicht) variieren während jedes Motives. Artikulationen sind  
frei, sie können (müssen aber nicht) variieren während jedes Motives.  
Die Klangfarbe ist frei, dies bedeutet, dass der Interpret -
beispielsweise ein Streicherinstrument- zwischen pizzicato, arco, col  
legno, mit oder ohne Dämpfer wählen kann und zwischen sul tasto und  
sul ponticello zu spielen; ausserdem glissandi, diverse Vibratostufen  
und nichts spricht dagegen, eine inmense Palette an quasi-Geräuschen  
(wie "Sandpapier" spielen: dietro il ponticello auf der Umwicklung)  
auszuführen. Je weniger Tonhönekomponenten eine gewählte Klangfarbe  
hat , desto mehr nähert sich der Fassung "(c)".

Bei der mise en scène kann sich der Interpret mit einer weissen Tunika  
oder ähnlicher Tracht ankleiden, aber ohne auf eine konkrte Religion  
anzuspielen. In keinem Fall müsste man Ironie oder kirchenfeindlichen  
Sarkasmus mutmassen. Es trägt wenig bei. Diese Anweisung ist besonders  
wichtig bei der spanischen Fassung, denn das Wort "Oración" bedeutet  
gleichzeitig "Satz" und "Gebet". Auf Deutsch geht diese Dimension  
verloren.


Juan María Solare geboren am 11. August 1966 in Buenos Aires,  
Argentinien.
Am dortigen Conservatorio Nacional de Musica Diplome in Klavier  
(1989), Komposition (1993) und Dirigieren; 1993/96 Diplom in  
Komposition bei Prof. Johannes Fritsch an der Kölner Musikhochschule  
(als Stipendiat des DAAD); 1993/94 Computermusik bei Clarence Barlow  
in Köln; 1996 Aufbaustudium bei Mauricio Kagel (Neues Musiktheater);  
1997 Studium bei Helmut Lachenmann in Stuttgart.
Solo- und Kammermusik-Konzerte (als Pianist). Aufführungen in Buenos  
Aires, Tandil, Darmstadt, Köln, Lüchow, Delmenhorst, Gelsenkirchen,  
Heidelberg, Bremen, Madrid, Córdoba (Arg.), Stuttgart.
Porträtkonzert im Saal "Freie Kammerspiele Köln" (27. Mai 1998;  
Veranstalter: Rheinische Musikschule). 1990 erster Preis im  
Kompositionswettbewerb Promociones Musicales de la Argentina; 1996  
drei Auszeichnungen im Kompositionswettbewerb "Juan Carlos Paz",  
veranstaltet vom "Fondo Nacional de las Artes", Argentinien; September  
1995 Kompositionsauftrag der Deutschen Welle: Musik für das Hörspiel  
"Atzomolco".
Juli 1998 - Juni 1999 Stipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung (Baden-
Baden). Seit 1994 Redaktionstätigkeit im Bereich klassischer Musik  
beim spanischen Programm der Deutschen Welle; 1986-1993 Professor für  
Harmonie, Kontrapunkt, Morphologie, Musikgeschichte, Akustik Grundlage  
und Kammermusik am Konservatorium Tandil (Argentinien); seit 1998  
Autor der Sendung "Medio Siglo" (Halbes Jahrhundert) zeitgenössischer  
Musik für Radio Clásica (Buenos Aires). Über 90 veröffentlichte  
Artikel in verschiedenen (Musik-)Zeitschriften in Argentinien (La  
Nación, Clásica), Spanien (Ritmo, Doce Notas, Jaque, Lateral) und  
Mexiko (Pauta); Solare hat über 75 Werke komponiert, 25 davon wurden  
bereits uraufgeführt.


Pierre Alain Jaffrennou
Les tentations de l´anachorète (1995)
für Kontrabass solo

Pierre-Alain Jaffrennou was born in 1939 in Besançon. He studied pure  
and applied mathematics, earth sciences, celestial mechanics, data  
logic and analysis up to doctorate level in Strasbourg, Besançon and  
Lyon. He also studied music, after which he attended Pierre  
Schaeffer's electroacoustic music classes at the Conservatoire  
National Supérieur de Musique in Paris. From 1963 to 1967 he was in  
charge of music at La Comédie in Besançon. After completing his  
musical studies, between 1971 and 1977, he was a researcher at the  
Groupe de Recherche Musicale – ORTF – INA, where, with Francis  
Regnier, he founded a laboratory for scientific research on computer-
assisted composition, working on the synthesis and processing of  
sound. In 1981, he and James Giroudon founded Grame, an association of  
composers and researchers in the field of contemporary music which was  
supported by the Ministry of Culture's music, dance, theatre and  
performance section (DMDTS), and which became an official Centre  
National de Création Musicale in 1996. Up to 1985, Pierre-Alain  
Jaffrennou concentrated on the setting up and supervision of Grame's  
laboratory for scientific research on computroup's work on  
representation, modelling and communication in architecture.
His musical works cover a broad field: electroacoustic music, the use  
of electronics, and purely instrumental music. His output is strongly  
marked by his interest in the relationship between art and science, in  
particular the contribution of computing to the process of musical  
composition. He is also interested in the spatialisation and staging  
of music. Since 1987, when the Babylon International Festival was  
inaugurated, he has been planning and putting on major musical events,  
most often in the open air, with large numbers of instrumentalists,  
lighting schemes, giant images and special effects.


Gabriel Iranyi
Musik für Theremin und Kontrabaß (2010)
für Theremin und Kontrabass UA

"Eine Nocturne : Stille und scheinbare Stille, Ausbrüche,  
Vogelzwitschern...die Geräusche der Nacht verschwinden ... Barbara  
Buchholz und Matthias Bauer gewidmet."

Gabriel Iranyi studierte Komposition an der „George Dima  
Musikakademie“ der Klausenburger Universität bei Prof. Sigismund  
Todutza (einem früheren Schüler von Pizetti und Casella). 1971  
schließt Iranyi seine Studien mit dem Master of Arts in Komposition ab  
und erhiehlt seine erste Stelle als Dozent für Kontrapunkt in Jassy  
(Moldavien) an die „George Enesco" Musikhochschule. 1977-1981 ist  
Iranyi Dozent für Formenlehre, Kontrapunkt und Musiktheorie an der  
„Rubin Academy of Music“, der Tel-Aviv University. Seit 1988 lebt  
Iranyi als freischaffender Komponist in Berlin. 2000 promoviert er im  
Fach Musikwissenschaften (Arbeitstitel : „Zeitgenössische Musik zur  
Jahrhundertwende. Gedankenkontinuität und Gültigkeit von  
Kompositionstechniken“). Seitdem hielt er zahlreiche Vorträge über  
Neue Musik an der New York University, University of Wisconsin, Musik-
Universität Bukarest, Landesmusikakademie Berlin, EPTA-Bonn (European  
Piano Teachers Association), Carl-Ossietzky-Universität Oldenburg und  
an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin (Komponieren zur  
Zeit – Komponisten stellen eigene Werke vor).
Iranyi erhielt zahlreiche Kompositionspreise : „Gaudeamus-Preis“ 1979  
(Niederlande), „Arthur Rubinstein“ Kompositionspreis 1979 (Israel),  
Erster Preis bei „Valentino Bucchi“ Wettbewerb 1980 (Rom), der Preis  
des 11. Kompositionswettbewerbes im Rahmen des Wiener Sommer-Seminars  
für Neue Musik 2005 und den Kompositionsauftrag des Berliner Senats  
2005.
Iranyis Werke wurden von International berühmten Musikfestivals  
aufgeführt, wie etwa : Gaudeamus Musik Week Amsterdam, Steirischer  
Musikherbst Graz, Tage für Neue Musik Karlsruhe, IGNM Festival 1980 in  
Israel, IGNM Festival 1986 in Holland, UNESCO’s Rostrum 1986 und 1999  
in Paris, Israel Festival 1986, Tage der Neuen Musik Würzburg 1997,  
Music Now and From Almost Yesterday Wisconsin (USA), „Ultraschall“  
Festival des Deutschland-Radio und Rundfunk Berlin Brandenburg,  
„Intersonanzen“ Potsdam 2002, Internationale Woche der  
Zeitgenössischen Musik Bukarest, „young-euro-classic“ Berlin 2003, New  
York University Composer’s Forum 2005, 2006.


Martin Daske
alaskasolos (1999)
für Kontrabass solo

Martin Daske ist freischaffender Komponist, Autor, Regisseur und  
Produzent in Berlin.
Kompositorische Ausbildung in den USA am Dartmouth College bei  
Christian Wolff, in Krakòw und am Mozarteum Salzburg bei Boguslaw  
Schaeffer. Daske entwickelte neben seinem „normalen“ kompositorischen  
Schaffen (zuletzt: „sans paroles dans sables mouvants“ für Sextett  
(2007) und "AquAria" (auf ein Konzept von Claudia Herr) für  
Unterwassergesang (2008)) eine Form dreidimensionaler Notation  
("folianten"). 2001 Gründung des Duos "Soundscrapers" mit dem Berliner  
Philharmoniker Janne Saksala. 2002 Gründung des Duos „Die  
Klangschürfer“ mit dem Sprachkünstler Rainer Rudloff. Zahlreiche  
Hörspiele und andere Radioarbeiten (zuletzt: „no barking at any  
time“ (2006)). Klanginstallationen, z.B. „backbord ein kolibri“,  
Kinderhörspiele, Theater- und Filmmusiken (zuletzt:  
"Lunik" (2006/2007)und "Je voudrais être légère" (Tanztheater,  
Marseille 2008/2009). Seit 1989 gemeinsam mit Rainer Rubbert  
künstlerischer Leiter der Konzertreihe "Unerhörte Musik" in Berlin.  
Seit 1993 betreibt Daske sein eigenes Produktionsstudio: tribord studio.
CD-Veröffentlichungen bei WERGO, edel-records, dem Hörverlag, der  
Hörcompany und beim Baumhaus Verlag. Seit 2006 auch Geschäftsführer  
der Initiative Neue Musik e.V. Berlin.
Ehrungen und Preise: 1990 und 1999 Kompositionsstipendien des Berliner  
Senats. 1993 Lobende Erwähnung beim Prix Europa für „Abfahrt“. 1990 –  
93 mehrfach „artist-in-residence“ im ZKM Zentrum für Kunst und  
Medientechnologie


Juliane Klein

Aus der Wand die Rinne 12 (2006)
für Theremin solo

Lied ohne Worte
für Theremin solo

Juliane Klein, geboren 1966 ist eine deutsche Komponistin und  
Verlagsleiterin. 1978 hat sie als Jungstudentin an der Hochschule für  
Musik „Hanns Eisler“ Berlin die Fächer Klarinette, Klavier,  
Komposition, Tonsatz und Improvisation studiert, und war von 1989 bis  
1992 an derselben Hochschule Dozentin für Tonsatz und Komposition.  
Zusammen mit Thomas Bruns gründete sie 1987 das „Kammerensemble Neue  
Musik Berlin“, dessen Leitung sie bis 1991 innehatte. Von 1993 bis  
1997 folgte ein Aufbaustudium bei Helmut Lachenmann in Stuttgart.
Als Komponistin erhielt sie Aufenthaltsstipendien an der Puschinskaja  
Desjat St. Petersburg (1995), der Cité Internationale des Arts  
Paris(1997), im Künstlerhof Schreyahn (2001), im Künstlerinnenhof „Die  
Höge“ (2002), an der Musikakademie Schloss Rheinsberg (2003) und  
derVilla Massimo (Casa Baldi), Rom (2004). 2006 wurde sie mit dem  
Förderungspreis Musik des Kunstpreises Berlin ausgezeichnet.
Juliane Klein lebt als freischaffende Komponistin und als Leiterin des  
von ihr im Jahr 1999 gegründeten Musikverlages „Edition Juliane Klein“  
in Berlin.
Juliane Kleins Werkverzeichnis umfasst Werke für das Musiktheater,  
Solostücke, Lieder, Kammer- und Orchestermusik, aber auch  
Kompositionen für Kinder und Jugendliche. Die Staatsopern Berlin,  
Hannover und Stuttgart spielten Uraufführungen ihrer experimentellen  
Opernproduktionen, sie schrieb Auftragswerke für das Scharoun-Ensemble  
der Berliner Philharmoniker, den Deutschlandfunk Köln, dasFreiburger  
Barockorchester, die Donaueschinger Musiktage, die Tage für neue  
Kammermusik in Witten, das „Ultraschall-Festival“ Berlin.


Matthias Bauer
sab-art-nok  (2010)
für Kontrabass solo UA

Stefan Lienenkämper
Ohr-t (2006)
5 Miniaturen für Theremin und Kontrabass
2 kurze Stücke (2010)
für Theremin und Kontrabass UA

Stefan Lienenkämper studierte Komposition an der Hoge School voor de  
Kunsten Utrecht bei Henk Alkema. Seine Auseinandersetzung mit Musik  
ist geprägt von dem Versuch die Bedingungen der modernen
Subjektivität in der Spannung von Faktizität und Idealität zu  
beleuchten. Hierbei bewegt sich Lienenkämper in einer Suchbewegung  
zwischen Strukturdenken und Subjektivität, in der er innere und äußere  
Kräfte zu
balancieren sucht. Bei internationalen Kompositionswettbewerben wurden  
Werke von ihm mehrmals mit ersten Preisen ausgezeichnet (u.a. Gustav  
Mahler Kompositionspreis der Stadt Klagenfurt mit 1-3-1 für Big Band  
und Klarinette solo, 2003; Die Dritte hat keinen Namen, 2009; „The New  
Architecture of Sound" Detmold mit FRAME/24, 2009; Internationaler  
Kompositionswettbewerb Auditorio Nacional de Música Spanien 2009 mit
Of thee I sing für gr. Orchester, Viola d´amore und Live-Elektronik,  
2010) Stefan Lienenkämper arbeitet mit international bekannten  
Solisten zusammen u. a. Garth Knox, Mareike Schellenberger, Michael  
Riessler, Peter Veale, Kensei Yamaguchi, Stefan Conradi, Bernd Gehlen.  
Es entstanden zudem zahlreiche Filmmusiken.


Peter Gahn
Stokes Shift (2008)
für Theremin solo

Peter Gahn wurde 1970 in Münster geboren und ist in Düsseldorf  
aufgewachsen. Von 1991 bis 1996 studierte er Komposition bei Nicolaus  
A. Huber und elektronische Komposition bei Ludger Brümmer an der  
Folkwang Hochschule Essen. Daran schloss sich von 1997 bis 2001 ein  
Studium in Komposition bei Jo Kondo an der Tokyo National University  
of Fine Arts and Music an. Peter Gahn war Assistent für Inter Media  
Art bei Robert Darroll an der Tokyo National University of Fine Arts  
and Music und Dozent für Computermusik/ Komposition an der Senzoku  
Musikhochschule, Kawasaki, und der Tokyo National University of Fine  
Arts and Music. Seit 2005 setzt er seine kompositorische Arbeit in  
Deutschland fort. Sein kompositorisches Spektrum reicht von Solo- und  
Kammermusik über Werke für Chor und Orchester und elektronischer Musik  
bis hin zu Projekten mit Videokunst, Nohtheater, Pekingoper und  
zeitgenössischem Tanz. Peter Gahn ist Träger des Irino-Preises 2005,  
war 2005/06 Gastkünstler am ZKM Karlsruhe, hat für das Jahr 2009 ein  
sechsmonatiges Aufenthalts-Stipendium in der Cité Internationale des  
Arts in Paris erhalten und wird 2010 Artist-in-Residence des Seoul Art  
Space Geumcheon. Seine Kompositionen wurden u.a. bei den  
Internationalen Ferienkursen in Darmstadt, den ISCM Weltmusiktagen in  
Yokohama, dem Tachikawa Performing Arts Festival Japan, der MaerzMusik  
Berlin, der Gaudeamus International Music Week, dem Ultraschall  
Festival, in der Tonhalle Düsseldorf und dem Konzerthaus Berlin  
aufgeführt. Zu den Interpreten seiner Werke zählen das Ensemble  
Phoenix Basel, das Ensemble Nomad Tokyo, das Ensemble Modern, das  
ensemble on_line vienna, das Ensemble Insomnio Utrecht, das ensemble  
courage und die MusikFabrik NRW.
homepage: www.petergahn.de

Matthias Bauer - Kontrabass / Stimme
Improvisation / Komposition / Interpretation
1959 in Sonneberg / Thüringen geboren. Studierte in Berlin an der  
Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Kontrabass. Verliess 1980 die DDR,  
lebte bis 1988 in Lyon / Frankreich, dann in Köln, und seit 1991  
wieder in Berlin. Als Improvisator spielte
er neben seinem Soloprogramm für Kontrabass und Stimme mit vielen  
Musikern der frei improvisierten Musik.
Als Interpret arbeitet er u.a. mit dem Ensemble United Berlin, dem  
Ensemble Mosaik und mit Komponisten wie Georg Katzer, Helmut Zapf und  
Helmut Oehring.
Er realisierte  Bühnenmusiken und Konzepte für improvisierende Musiker.
Teilnahme an Festivals wie Maerzmusik Berlin, Musica Viva München,  
Biennale Venedig, Nuovaconsonanza Rom, Wien Modern, Total Music  
Meeting Berlin u.a. sowie verschiedene CD Veröffentlichungen.
Weitere Informationen unter www.bauerbass.de

Barbara Buchholz studierte Querflöte, Gitarre, Bass und Gesang. Das  
Thereminspiel erlernte sie bei Lydia Kavina in Moskau. Seit Anfang der  
80er Jahre arbeitet Barbara Buchholz als Instrumentalistin,  
Performerin und Komponistin in zahlreichen interdisziplinären  
Projekten und im Bereich der Theatermusik. Mit diversen Preisen  
ausgezeichnet wurden ihre Produktionen TAP IT DEEP-„midifizierter“  
Stepptanz und Musik, sowie HUMAN INTERACTIVITY und THEREMIN: BERLIN-
MOSKAU.
Barbara Buchholz hat musikalisch das Theremin völlig neu positioniert,  
indem sie es als vollwertiges Instrument innerhalb verschiedener  
Genres einsetzt.
Bei INTUITION, dem Jazzlabel aus Mainz und WERGO, dem Label für  
Zeitgenössische Musik sind CDs von Barbara Buchholz erschienen. Ihre  
Produktionen sind in den unterschiedlichsten Stilbereichen angesiedelt.
CDs: theremin_russiawithlove (Intuition) | moonstruck (Intuition) |  
touch! don’t touch (Wergo) | www.barbarabuchholz.com

Freuen Sie sich mit uns auf zwei Konzerte der Extraklasse!

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Rainer Rubbert und Martin Daske

BKA-Theater
Mehringdamm 34
10961 Berlin
Kartentelefon: 030 - 20 22 007

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