Degem - Deutsche Gesellschaft für elektroakustische Musik e.V.

[ 18. September 2009 ]

BERLIN - ohrenstrand.net: "European Bridges Ensemble" + "Hör.Quartett"

From: ohrenstrand.net
Date: September 17, 2009 4:20:24 PM GMT+02:00

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Kollegen,

nachdem ohrenstrand.net derzeit mit insgesamt 35 Konzerten, 70 
Künstlern und ungezählten Zuhörern und neugierigen Passanten am 
Berliner Hauptbahnhof zu Gast ist (noch heute und morgen) und die 
Gewinner des Realisierungswettbewerbs operare 09 mit der Premiere 
ihrer Musiktheater-Produktion "20 Vertrauensgüter" gestern Kunst als 
Vertrauensgut vorgestellt haben (heute wieder!), steht nun eine 
weitere spannende ohrenstrand-Woche bevor.

Daran teilzunehmen möchten wir Sie herzlich einladen!

Die Woche startet am Montag (21.09.) mit dem European Bridges 
Ensemble, das mit multimedialen Netzwerkkompositionen den 
Wellenfeldsynthesesaal der Technischen Universität Berlin zum Klingen 
bringt. Hier sind außergewöhnliche Hörerlebnisse garantiert, denn der 
Saal ist rundherum mit Lautsprechern ausgestattet, so dass der Klang 
eine besondere Plastizität erhält. Ein Video-Künstler verbindet die 
Musik mit visuellen Elementen und eine Podiumsdiskussion rundet den 
Abend ab.

Auch beim Hör.Quartett wird diskutiert, zu dem ohrenstrand.net am 
Mittwoch Abend (23.09.) auf den pfefferberg ins haus 13 einlädt: zu 
einer weiteren Begegnung zwischen NEUER MUSIK und POP. Zu Gast ist 
diesmal das Berliner Elektropop-Duo Tarwater. Die beiden Musiker Bernd 
Jestram und Ronald Lippok sind zwar vornehmlich in ihrem Genre 
verortet, jedoch werden hier die Genregrenzen fließend. Beide 
begeistern sich auch für den italienischen Komponisten Luigi Nono, der 
an dem Abend mit der Komposition "A Pierre. Dell'azzurro silenzio, 
inquietum" durch das Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert 
wird; Tarwater stellen sich live mit ihrem special set "Babylonian 
matter" vor.

Mit der Hör.Quartett-Runde - Luzia Braun, Jens Balzer und Thomas 
Schäfer - verständigen sie sich zudem nicht nur über das Gehörte und 
die musikalischen Hintergründe, sondern auch über Zusammenhänge 
zwischen Musik und Politik.

Wir würden uns freuen, Sie am ohrenstrand zu begrüßen!
Ihr Team von ohrenstrand.net

P. S.: Hier die Termine für die Kurzentschlossenen:

Heute, Donnerstag, ab 13 Uhr: Klavier-Spezial im ohrenstrand mobil im 
Hauptbahnhof:
Über 24 Stunden zeitgenössische Klaviermusik mit Heather O'Donnell, 
Tobias Schwenke, Arno Waschk und Matthias Klünder
www.ohrenstrand.de

Heute, Donnerstag, 19:30 Uhr: "20 Vertrauensgüter"
Musiktheater-Performance im Tiergarten
www.vertrauensgueter.de

Morgen, Freitag, 13 Uhr: "Europera 5" von John Cage im ohrenstrand 
mobil im Hauptbahnhof
Eine Inszenierung der Zeitgenössischen Oper Berlin
www.ohrenstrand.de

Montag, 21.09.2009, 20 Uhr, TU Berlin, Hörsaal H 104 
(Wellenfeldsynthesesaal)
ohrenstrand.net in der TU Berlin
Neue Musik - Multimedial: European Bridges Ensemble

Konzert mit programmierter und vernetzter Musik über die weltweit 
größte Anlage für Wellenfeldsynthese
Im Anschluss: Podiumsdiskussion

Mit: European Bridges Ensemble

Das European Bridges Ensemble präsentiert unter der Leitung von Georg 
Hajdu multimediale Netzwerkkompositionen, die eigens für die 
Wellenfeldsyntheseanlage der TU Berlin angepasst wurden. Diese 
Beschallungsanlage ist die weltweit größte ihrer Art und umfasst ein 
86 Meter langes Band, bestehend aus 2700 Lautsprechern, welches das 
Auditorium des TU-Hörsaals seinen 650 Sitzplätzen etwa in Ohrhöhe der 
Zuhörer umfasst. Die Lautsprecher werden über digitale Datenleitungen 
durch 832 unabhängige Signale angesteuert, die ihrerseits durch ein 
Cluster von 16 Rechnern generiert werden. Das Verfahren der 
Wellenfeldsynthese ermöglicht so die Synthese von Wellenfronten 
virtueller Schallquellen durch Lautsprecherarrays.

Das European Bridges Ensemble besteht aus fünf Spielern, einem Video-
Künstler und einem Dirigenten, die über die Software Quintet.net 
vernetzt werden. Diese Software erlaubt lokale wie auch 
weltumspannende Konzertereignisse, da die Spieler sich nicht 
zwangsweise auf derselben Bühne befinden müssen, sondern auch von 
verschiedenen Orten aus zugeschaltet sein können. Das European Bridges 
Ensemble (EBE) hat sich auf um Internet-Musik und vernetzte 
Aufführungen spezialisiert und verbindet Kulturen, Regionen, Orte und 
Individuen, indem es reale und virtuelle Gemeinschaften von Künstlern 
auf der Basis heutiger Technologien schafft.

Am Konzert an der TU Berlin wirken mit: Kai Niggemann (Münster), Ádám 
Siska (Budapest), Andrea Szigetvári (Budapest), Ivana Ognjanovic 
(Hamburg/Belgrade) und der Videokünstler Stewart Collinson (Lincoln, 
England). Johannes Kretz aus Wien wird von dort live zugeschaltet.

Die im Anschluss an das Konzert stattfindende Podiumsdiskussion 
befasst sich mit dem Thema "Im Netz der Echtzeitkompositionsumgebung - 
technologische Referenz oder künstlerische Potenziale?" Es diskutieren:

Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Dr. Georg Hajdu, Leiter des European Bridges Ensemble
Prof. Dr. Dieter Mersch, Universität Potsdam
Prof. Dr. Elena Ungeheuer, TU Berlin
Prof. Dr. Stefan Weinzierl, TU Berlin

Eintritt frei
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hörsaal H 104 
(Wellenfeldsynthesesaal)
Ab 21:30 Uhr: Podiumsdiskussion

Mittwoch, 23.09.2009, 20 Uhr, pfefferberg haus 13
ohrenstrand auf dem pfefferberg
Hör.Quartett - NEUE MUSIK trifft POP

Mit Luzia Braun (Moderation, ZDF Kulturmagazin aspekte), Thomas 
Schäfer (Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt), Jens 
Balzer (Berliner Zeitung);
Zu Gast: Tarwater (Bernd Jestram und Ronald Lippok)

Live-Musik von Tarwater (Special set: "Babylonian matter") und KNM 
Berlin (Luigi Nono: "A Pierre. Dell'azzurro silenzio, inquietum" - 
Rebecca Lenton (fl), Theo Nabicht (cl); Andre Bartetzki: Klangregie)

Im "Hör.Quartett" begegnet die NEUE MUSIK anderen musikalischen 
Genres: sowohl in der Diskussion wie auch in der Live-Präsentation; es 
moderiert Luzia Braun vom ZDFKulturmagazin aspekte. Diesmal trifft die 
NEUE MUSIK - nach ihrer letztmaligen Begegnung mit TECHNO - nun wieder 
auf POP: Zu Gast sind die Musiker Bernd Jestram und Ronald Lippok der 
Berliner Band Tarwater. Sie verständigen sich mit dem Pop-Redakteur 
Jens Balzer und dem Musikwissenschaftler Thomas Schäfer neben weiteren 
Themen über Zusammenhänge von Musik und Politik in POP und NEUER MUSIK.

Dabei gehen sie nicht nur den musikalischen Wurzeln des Künstlerduos 
nach, das bereits lange vor der Gründung von Tarwater (1995) in der 
Sub- und Avantgardekultur Ostberlins aktiv war, sondern sie 
diskutieren auch das politische Engagement Luigi Nonos (1924-1990), 
dessen Komposition "A Pierre. Dell'azzurro silenzio, inquietum" vom 
Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert wird.

Nono, der mit 28 Jahren in die Kommunistische Partei Italiens eintrat, 
verarbeitete in seinen Werken vielfach politische Themenkomplexe wie 
die Entfremdung durch die kapitalistische Arbeitswelt oder den 
antifaschistischen Widerstand. Mit dem engagierten Komponisten, der 
sich in seiner späten Schaffensperiode mehr und mehr mit den 
Möglichkeiten der Live-Elektronik in der Musik beschäftigte, haben 
sich auch Jestram und Lippok intensiv auseinandergesetzt. So nahmen 
sie bespielsweise in einer ihrer zahlreichen Theatermusiken Bezug auf 
sein Schaffen. In ihrer Arbeit beginnen Tarwater, deren liebstes 
Instrument die Möglichkeiten des Studios sind, ihre Stücke stets mit 
der Suche nach einem bestimmten Sound. Erst dann kommt das 
Songwriting. Nach dem Sounddesign "schreiben sie das Lied ganz langsam 
hinterher".

Vor diesen Hintergründen versucht das Hör.Quartett, die Möglichkeiten 
des Austauschs zwischen NEUER MUSIK und POP auszuloten und damit 
weiterhin einen sinnlichen, überraschenden und humorvollen Diskurs 
zwischen den verschiedenen Musikgenres zu etablieren. Dabei möchte es 
keinen rein ästhetischen Diskurs führen, sondern immer aus der 
Perspektive des Hörens und insbesondere der des Zuhörers fragen. Das 
Erlebnis Musik steht im Vordergrund.

Eintritt: 8 Euro
Kartenreservierungen per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und Tel.: 
030/24749-870
Ort: pfefferberg haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin; U2 
Senefelderplatz

"Ankunft: Neue Musik" - ohrenstrand mobil im Hauptbahnhof (Zentrale 
Mitte, Ebene 0)
Donnerstag, 17. September 2009
24 Stunden Klavier-Spezial - Zeitgenössische Musikliteratur und 
Improvisationen
13:00 Uhr: Heather O'Donnell (Klavier) spielt u. a.: Charles Ives: 
Three Quarter-Tone Pieces for Two Pianos, new version for piano & 
electronics; Charles Ives: The Celestial Railroad; Morton Feldman: 
Nature Pieces; Oliver Schneller: Five Imaginary Spaces for Piano & 
Electronics
15:00 Uhr: Instant Main Station gespielt von Tobias Schwenke (Klavier)
20:00 Uhr: 3 Nachtstücke und ein Ländler gespielt von Arno Waschk 
(Klavier)

Donnerstag, 17.09.2009, 19.30 Uhr, Treffpunkt Richard-Wagner-Denkmal
ohrenstrand.net im Tiergarten
20 Vertrauensgüter

Von Hannah Groninger, Gerd Knappe und Johannes Kreidler; mit KNM 
Berlin: Robin Hayward (Tuba), Almut Lustig (Schlagzeug), Daniel 
Ploeger (Posaune), Symphonieorchester als Videozuspielung; Bernd Fesel 
(Vortrag)

Vertrauen ist für dieses Musiktheater notwendig, da dem Publikum 
Klänge präsentiert werden, die vergangen sind, an anderen Orten auf 
der Welt stattfinden oder sich schlichtweg der Anthropologie des 
Menschen entziehen. Eine Produktion von Nachkommunikation GbR. "20 
Vertrauensgüter" erhielt den Realisierungspreis operare 09 der 
Zeitgenössischen Oper Berlin. In Zusammenarbeit mit dem Kammerensemble 
Neue Musik Berlin und der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer 
Kulturbesitz.

Ort: Treffpunkt ist vor dem Richard-Wagner-Denkmal im Tiergarten 
(Bushaltestelle Tiergartenstraße); bei sehr schlechtem Wetter findet 
die Veranstaltung im Simon-Bolivar-Saal der Staatsbibliothek 
(Potsdamer Str. 35) statt.
Eintritt: 13 Euro, erm. 9 Euro

"Ankunft: Neue Musik" - ohrenstrand mobil im Hauptbahnhof (Zentrale 
Mitte, Ebene 0)
Freitag, 18. September 2009
24 Stunden Klavier-Spezial - Zeitgenössische Musikliteratur und 
Improvisationen (Fortsetzung vom 17. September)
08:00 Uhr: Frühe Stücke gespielt von Matthias Klünder (Klavier)

"Ankunft: Neue Musik" - ohrenstrand mobil im Hauptbahnhof (Zentrale 
Mitte, Ebene 0)
Freitag, 18. September 2009
13:00 Uhr: Europera 5 Oper - ein zufallsgesteuertes Musiktheater von 
John Cage (Premiere) in der Regie von Andreas Rochholl mit Laura 
Alonso (Sopran), Susannah Haberfeld (Mezzosopran), Arno Waschk (Piano) 
und Klaus Geitel (Viktrola)
Der Titel "Europera" ist ein Wortspiel und bedeutet sowohl "Your 
Opera" als auch "Europe's operas". Auf der Grundlage des 
kompositorischen Materials der Opern des 18. und 19. Jahrhunderts 
dekonstruierte John Cage mittels Zufallsoperationen die Sprache der 
klassischen Oper und ließ gleichzeitig eine Hommage an eben diese 
Opernwelt entstehen. Zwei Sängerinnen, ein Pianist und ein Grammophon-
Spieler interpretieren jeweils sechs von ihnen ausgewählte Werke der 
Opernliteratur und bringen somit ihre langjährigen Opernerfahrungen 
auf die Bühne. Diese stehen vom Zufall dirigiert unabhängig 
nebeneinander und verbinden sich mit den persönlichen 
Opernerinnerungen eines jeden Zuschauers.

"Ankunft: Neue Musik" - ohrenstrand mobil im Hauptbahnhof (Zentrale 
Mitte, Ebene 0)
Freitag, 18. September 2009
14:00 Uhr: Mosaik für Klarinette und Klavier mit Victor de la Rosa 
(Klarinette) und Maria Busqué (Klavier) mit Werken von Albéniz, 
Mompou, Guinjoan, Gade, Poulenc, Lutoslawski

"Ankunft: Neue Musik" - ohrenstrand mobil im Hauptbahnhof (Zentrale 
Mitte, Ebene 0)
Freitag, 18. September 2009
18:00 Uhr: durch/weg - Ensemble frei:flug mit Paula Kramer (Tanz) und 
Miriam Akkermann (Querflöte, Live-Elektronik)
An einer Stelle im Hauptbahnhof, an der Züge nur durch ihre Geräusche 
präsent sind, befinden sich Menschen zu Fuß auf der Reise. Hier, in 
Mitten zufälliger Bewegungen und Klänge definieren die Künstler einen 
Raum, folgen den Schritten der Durchreisenden und hinterlassen eigene 
Spuren. In drei Phasen wird das Innen und Außen des Bühnenraumes 
zunächst definiert, dann durchkreuzt und schließlich aufgelöst. Das 
improvisierte Format entsteht durch Dialoge zwischen Körper und  
Klang, die ein kurzfristiges Erfassen von Zeit und Raum ermöglichen.

ohrenstrand.net ist ein gemeinsames Projekt von Akademie der Künste, 
ausland, KNM Berlin, Konzerthaus Berlin, kulturradio vom rbb, singuhr 
- hoergalerie, Technische Universität Berlin und Zeitgenössische Oper 
Berlin unter dem Dach der Kulturprojekte Berlin GmbH.
ohrenstrand.net wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein 
Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und die Kulturverwaltung 
des Landes Berlin. In Zusammenarbeit mit der Pfefferwerk Stadtkultur 
gGmbH.

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