Degem - Deutsche Gesellschaft für elektroakustische Musik e.V.

[ 08. November 2009 ]

DORTMUND - next mex, Freitag, 13.11.09

Von: Maija Julius Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Hallo,
ich freue mich das nächste mexKonzert am Freitag, den 13.11. anzukündigen.
nyan10 findet im mexKeller, Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1 statt.
Bis dahin,
Maija
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nyan 10
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Tomoko Sauvage (J): Wasser und Elektronik
Marc Matter (D): Plattenspieler und Effekte
Aki Nakazawa (J): Videos: secret time / water-graphed portrait /  Drawing wishes / What Loreley wanted to speak

Im normalerweise – und bekanntermaßen auch akustisch – trockenen  
mexKeller plätschert Wasser von der Decke. Schuld daran ist eine süd-
indisch inspirierte Pariserin aus Tokio. Denn die ombrophile Tomoko  
Sauvage lotet, dem Zufall nicht abgeneigt, den Klangreichtum von  
Wasser aus. Mithilfe von Porzellanschalen, Bambusschlägeln und  
Unterwassermikrofonen kreiert sie gelassene, teils Gamelan-dichte,  
stets zarte Klanggebilde. Für ihre aquatischen Soundscapes beugt sie  
Klanghöhen sowohl in bester Jaltarang-Tradition manuell, als auch per  
digitalem Pitchbending. Zwei Teller voller Schallplatten jedoch, deren  
BPM so manipuliert werden, dass sie genau synchron klingen – das ist  
eher das Metier von Marc Matter. Die Literatur-Experimentell-LP des  
Monats und Sprach-Tracks jeglicher Provenienz werden inhaltlich vom  
Kölner Turntablisten effektvoll ausgebremst. Mit Voice Over  
abstrahiert er vielfältigste Menschenstimmen, schichtet sie  
geräuschhaft übereinander, um sie live- zu einem räuspernden,  
summenden und schmatzenden Hörspiel ohne Sinn oder Verstand zu  
verquirlen. Da dürfen Hall, Delay, Pitch und Sie natürlich nicht  
fehlen! Aber wer sind Sie? Wie findet man sich? Und wenn ja, wo? Aki  
Nakazawa’s Videos legen dem Rezipienten verschiedene Situationen dar,  
in denen das wandelbare Wasser wechselnde existentielle Fragen  
transportiert oder freispült. So spüren nie zuvor gesehene  
Kondensstreifen hinter einer Fassade aus globalistischer Indifferenz  
das bikulturelle Bewusstsein der Protagonistin in der Fremde auf.  
Osmotische Prozesse ermöglichen den Austausch von Heimweh und Neugier.  
Und Loreley sinnt danach, ihren fatalistisch-sängerischen Stammplatz  
zu verlassen, um abseits vom Chauvi-Rheinfels endlich eigene Worte zu  
finden.

Veranstaltet von mex – intermediale und experimentelle Musikprojekte  
e.V. Mit freundlicher Unterstützung durch das Künstlerhaus Dortmund,  
Pro Jazz e.V. und das Kulturbüro der Stadt Dortmund. mex wird  
kuratiert von Maija Julius, www.mexappeal.de

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