DRESDEN - Pressemitteilung: European Workshop for Contemporary Music
From: "Birgit Hoppe"
Date: October 1, 2009 12:58:21 PM GMT+02:00
European Workshop for Contemporary Music kommt nach Dresden-Hellerau
Ensemble präsentiert Positionen Neuer Musik beim Festival TonLagen
Innerhalb einer Woche studierten die 23 polnischen und deutschen
Musiker des „European Workshop for Contemporary Music“ (EWCM) unter
der Leitung von Prof. Rüdiger Bohn ein anspruchsvolles Programm
zeitgenössischer Musik ein. Den Höhepunkt des Warschauer Workshops
bildete das Abschlusskonzert am vergangenen Donnerstagabend im
ausverkauften Konzertsaal des Polnischen Rundfunks. Das Publikum nahm
die drei Uraufführungen von Filip Matuszewski, Karol Nepelski und
André Werner sowie das Repertoirestück von Iannis Xenakis mit
Begeisterung auf. Dieses einmalige Programm mit dem Titel „AUGEN-
BLICKE“ ist nun am Dienstag, den 6. Oktober um 20 Uhr im
Festspielhaus Dresden-Hellerau zu erleben. Bereits um 19 Uhr finden
ein Einführungsvortrag und ein Gespräch mit den Komponisten statt.
Mehr Info unter: www.musikrat.de/ewcm
"Wenn man nur die Komponisten und die Musik unabhängig voneinander
kennenlernen würde, würde man jedem das richtige Stück zuweisen, da
bin ich ganz sicher. Es kann nur jeder das schreiben, was er auch
ist", so der Dirigent Prof. Rüdiger Bohn zum Programm und den
Musikern, die noch vor dem Dresdner Konzert bei einem Gespräch zu
erleben sein werden. "Man kann kaum begreifen, dass die Uraufführungen
alle in diesem Jahr entstanden sind. Das ist ein so völlig
verschiedener Ansatz, an Musik heranzugehen und zu formulieren", so
Bohn weiter. Man könne das Gefühl haben, als hörte man Werke von
verschiedenen Epochen. Rüdiger Bohn, Professor für Dirigieren an der
Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und langjähriger Leiter der
Zeitgenössischen Oper Berlin, betreut dieses transnationale Projekt
bereits zum siebten Mal seit seiner Gründung im Jahr 2003.
„TonLagen“, das Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik, ist
nach der Aufführung beim „Warschauer Herbst“ die zweite
Konzertstation. Der Veranstaltungsort – das legendäre Festspielhaus
Hellerau – erstrahlt nach der Restaurierung in neuem Glanz und hat
seine Pforten für die Besucher geöffnet. Der neue Intendant Dieter
Jaenicke knüpft an eine über 100-jährige Tradition an und gestaltet
den Ort zu einem Treffpunkt der Avantgarde mit den Bereichen Tanz,
Musik, Theater, Bildende Kunst, Neue Medien und Literatur.
Schon bestens vorbereitet kamen die jungen Musiker des Ensembles zur
Warschauer Probenphase, bei der vom 17. bis 24. September das
musikalische und performative Zusammenspiel mit improvisatorischen
Elementen im Vordergrund stand. In ihren Reaktionen zeigte sich ihre
besondere Motivation, sich musikalisch mit der Gegenwart
auseinanderzusetzen und herauszutreten aus dem sonst üblichen
„Museumsbetrieb“ der Musik. Sie schätzen die Zusammenarbeit mit
den Komponisten, den anderen Musikern und Künstlern. Besonders
faszinierend war das Erleben der unterschiedlichen kulturellen
Einflüsse für sie, aber auch das große Echo für zeitgenössische
Musik beim „Warschauer Herbst“.
Das Ziel des EWCM als Projekt für Neue Musik ist es, besonders
talentierte Nachwuchsmusiker umfassend zu fördern und der Kunstmusik
der Gegenwart durch den Kulturaustausch zwischen Deutschland und Polen
ein größeres Forum und eine selbstverständliche Präsenz in Europa
zu ermöglichen. Die Bereiche Komposition, Ensemblespiel, Dirigieren,
Musiktheorie und deren Vermittlung werden durch Vorträge und Medien
unterstützt. Die Projektträger des EWCM sind die gemeinnützige
Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates sowie das polnische
Festival „Warschauer Herbst“.
+++ WEITERFÜHRENDE INFORMATION +++
Das Programm
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Für den diesjährigen Workshop wurden drei Kompositionsaufträge
vergeben, deren Ergebnisse beim Warschauer Konzert am 24. September
2009 uraufgeführt wurden. Der Deutschlandfunk beauftragte den
polnischen Komponisten Filip Matuszewski, das Festival „Warschauer
Herbst“ Karol Nepelski und der Berliner Komponist André Werner und
die Künstlerin Heike Schuppelius wurden vom Deutschen Musikrat und
„Warschauer Herbst“ gemeinsam engagiert. Komplettiert wird das
Programm mit einem Repertoirestück der Neuen Musik von Iannis Xenakis.
Filip Matuszewskis Werk „ZuM“ ist der acht Monate alten Tochter des
Komponisten, Zusanna Matuszewska, gewidmet. Der edle Klang der Harfe
tritt im Stück hervor sowie Matuszewskis Vorliebe für kompakte
Konstruktionen und klare Formen: Musik sollte magisch sein und den
Zuhörer in den Bann ziehen.
„PRIMORDIUM : Naturalia“ von Karol Nepelski nimmt auf die
allererste, ursprüngliche Ordnung Bezug, die vom Menschen unberührt
ist, wie bei Naturalien. Nepelski erkennt die Quelle der Musik in den
unbeeinflussten Elementen, die sich in affektfreier Form zeigen.
„Primordium : Naturalia“ macht die Schönheit der Natur im Kontext
instrumentaler Musik wahrnehmbar.
Bei seiner Komposition „Augen-Blicke“ überträgt André Werner das
Prinzip der Fotografie auf seine Komposition – inspiriert durch die
Geschichte „Unverhofftes Wiedersehen“ Johann Peter Hebels aus dem
Jahr 1809. Mit der Konservierung des Augenblicks und der emotionalen
Wiederbelebung des Moments durch Erinnerung wirken unterschiedliche
Zeitlichkeiten: der anhaltende Moment in der Fotografie steht dem
entfernten Moment im Lebensfluss gegenüber. Heike Schuppelius
konzipierte die szenische Darstellung von „Augen-Blicke“ als
Performance, sie ist gemeinsam mit der Alt-Solistin Prof. Maria
Kowollik und dem Ensemble auf der Bühne zu sehen.
Der griechische Titel „Thalleïn“, eine Komposition von Iannis
Xenakis aus dem Jahr 1984, bezieht sich auf das Wachstum in der Natur,
das langsame Entstehen organischen Lebens. Übersetzt bedeutet es
‚sprießen’ und steht für die langsamen, fast unmerklichen
Veränderungen der Pflanzen und gleichzeitig für die gewaltsamen,
unkontrollierbaren Schocks wie Wind und Erdbeben.
Projektträger, Förderer und Partner
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Die Förderprojekte Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrates
werden maßgeblich durch den Beauftragten der Bundesregierung für
Kultur und Medien finanziert. Darüber hinaus wird der EWCM durch das
Goethe-Institut und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
unterstützt. Weitere Partner sind der „Warschauer Herbst“ und der
Deutschlandfunk.
Das Projekt EWCM erfuhr engagierte Unterstützung durch die "neue
musikzeitung" – zum Einen durch ihren Internet-Blog, in dem Musiker
des Ensembles in einem Online-Tagebuch die kreativen
Entwicklungsprozesse bei der Erarbeitung der Stücke beschrieben haben,
zum Anderen durch die Erstellung einer Film-Dokumentation, die im
Anschluss an das Projekt im Internet veröffentlich wird.
Mehr Informationen zum “European Workshop for Contemporary Musicâ€
unter: www.musikrat.de/ewcm
Konzertinformationen
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Konzerttitel
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AUGEN-BLICKE - Konzert des "European Workshop for Contemporary Music"
Zeit und Ort
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Dienstag, 6. Oktober 2009 um 20.00 Uhr, Festspielhaus Hellerau -
Großer Festspielsaal, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden
Der Einführungsvortrag mit Komponistengespräch findet vorab um 19 Uhr
im Dalcroze-Saal statt, der Eintritt ist frei. Moderiert wird er von
den jungen Musikwissenschaftlerinnen Lena Sperrfechter aus Berlin und
Marta Åšniady aus dem polnischen Lodz.
Der Vorverkauf läuft über
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Ticket2day im Societätstheater
www.ticket2day.de
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Telefon: 0351 / 8036 810
Preise
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Es werden keine VVK-Gebühren erhoben. Die Abendkassenpreise sind
identisch.
VVK Normalpreis 19,00 €
VVK Ermäßigt 10,00 €
DresdenPass 10,00 €
HellerauCard Vollpreis 14,00 €
HellerauCard Ermäßigt 7,00 €
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