[ 03. Juli 2009 ]
Datum: 3. Juli 2009 11:16:30 MESZ
Liebe Kollegen,
::::auch wenn das ein längerer Text ist, bitte kurz die Zeit nehmen
und lesen, es betrifft uns alle und direkt::::::::
im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung fand die Neuwahl des
Aufsichtsrats für die nächsten drei Jahre statt. Zu seinem neuen
Vorsitzenden hat der Aufsichtsrat den Komponisten Jörg Evers gewählt,
als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende wurden der Textdichter
Frank Dostal und Karl-Heinz Klempnow für die Berufsgruppe Verleger
wiedergewählt.
Die GEMA MV hat sich im wesentlichen und substantiell mal wieder, wie
sehr oft, mit Schadensbegrenzung aus den eigenen Reihen herumgeschlagen.
Es war in der Schwebe, ob Lothar Voigtländer noch eine Ergänzung zu
einer wesentlichen, bereits als Antrag eingebrachten, Änderung im
Verteilungsplan mit Schwerpunkt EAM anregt. Dies hat er aber dann für
dieses Jahr erst einmal unterlassen.
Grundsätzlich sind in München die Komponisten der U-Musik in der
Überzahl, wesewegen manche Anträge im Bereich E-Musik dann eher in
Berlin gestellt werden, da dort die E-Komponisten und Interessente
eher vertreten sind.
Internet
Was das Internet betrifft, so wurde mehrfach angemahnt, längst
laufende Marktstrategien nicht zu verschlafen und auf die
Lizensierung gepsielter Musiken zu dränge, Verträge überhaupt erst
auszhandeln, als eine Basis dafür.
Laut Dr. Heker, Vorstandsvoristzender der GEMA ist man kräftigst
dabei, und gewinnt den ein oder anderen Rechtsstreit:
http://tinyurl.com/degem090703a
Im Online-Geschäft, so Dr. Harald Heker, führt die GEMA ihren Kampf
gegen die Internet-Piraterie erfolgreich weiter. Erst vor zehn Tagen
hat das Landgericht Hamburg der GEMA-Klage gegen Rapidshare
stattgegeben. Auf Antrag der GEMA untersagte das Landgericht Hamburg
dem Betreiber des Sharehosting-Dienstes „rapidshare.com“, ca. 5.000
Musiktitel im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Erstmals
erging damit eine Entscheidung gegen einen Sharehoster mit einem Wert
von 24 Mio. Euro.
Dr. Heker informierte die Mitglieder außerdem über den Stand im Falle
des Internetportals YouTube, das vor einigen Wochen seine
Verhandlungen mit der GEMA über einen neuen Lizenzvertrag abgebrochen
und falsche Informationen an Journalisten gestreut hatte. Der GEMA
ist es gelungen, in zahlreichen Pressegesprächen die Fakten richtig
zu stellen. Das Angebot der GEMA über 1 Cent pro Stream liegt
YouTube vor. Die GEMA ist weiterhin gesprächsbereit, bleibt aber im
Interesse ihrer Mitglieder bei ihren Kernforderungen. Dazu zählen
eine angemessene Vergütung für die Urheber, klare Informationen über
die genutzten Musikwerke und Angaben über die Anzahl der Streams.
Er sagte auch, das dies nicht Praxis werde könne, mit jedem
Rechstbrecher eigens vor Gericht zu ziehen. Es wird eine euroopäische
Gesamtlösung über die Politik angestrebt. Hans-Joachim Otto, MdB,
Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen
Bundestages, sprach sehr klar und deutlich und begrüßte die
Informationspolitik seit wenigen Jahren nach draßen und zur Politik
seitens der GEMA. Er selbst wird sich für die Interessen der GEMA auf
höchste politischen Ebene einsetzen wollen. „ Wir brauchen einen
europäischen Rechtsrahmen für die Tätigkeit der
Verwertungsgesellschaften und ein europäisches Wahrnehmungsrecht aus
einem Guss“. Langer Beifall aller.
Es ist aber jetzt der Moment, einmal etwas grundsätzlicher auf die
GEMA/Komponisten-Situation einzugehen, damit man bis hin zur Petition
Zusammenhänge darstellt und erkennt, was u.a. Auch dahinter steckt.
http://tinyurl.com/degem090703b
Nehmen wir mal an, wir bezeichnen die GEMA als einen Focus, der
Urheberrechte geltend macht in Form von Eintreibung/Geltenmachung von
Tantiemen und auf der anderen Seite der Veitlung, sprich Ausschüttung.
Es gibt nun Kollegen im Komponisten- und Verlegerkreis von U + E, die
sogenannte ‘Geschäftsmodelle’ entwickeln, mit dem Ziel, möglichst
viel Geld aus diesem großen GEMA-Geldtopf abzufahren. Hierzu scheinen
Sie mit dem Verteilungsplan zu komponieren und aufzuführen. Sie
melden Konzerte an, die so nie stattgefunden haben, oder, finden ein
pfiffiges Schlupfloch in der GEMA-Verteilungsstatuten. Sind damit
nicht illegal, aber nutzen die Solidargemeinschaft nach eigenem
Einfallsreichtung kräftig aus.
Beispiele: Konzerte um 9, 10,11,12,13,14,15,16, Uhr, gleiches
Programm, gleicher Aufführer, das soll wohl bei Organisten schon mal
so vorkommen. Oder es werden Konzerte angemeldet, von denen es z. B.
in Kneipen nie Programme gibt und gab, die behauptet werden. Wenn die
GEMA reklamiert, Nachweise zu bringen in Form von Honorare, Verträge,
Ankündigungszettel, dann gibt es dies alles schon nicht mehr.
Konzerte in Kirchen, die keinen Eintritt kosten, häufig stattgefunden
haben sollen, werden zur Abrechnung angemeledet. Bis hin zu Konzerten
vor Taubstummen soll es gegeben haben. Zudem meint dieses Pro-
Verfahren, dass man pro Auführung in einer Bezirksdirektion in
Deutschland und pro Monat noch einen Extra Punkt als Wertung bekommt.
Und kann so auf 144 zusätzliche Wertungspunkt kommen, 12 Monate in 12
Bezirksdirektionen. Nun gibt es so pfiffige, die spielen im
sogenannten berüchtigten ‘Leverkusener Kreuz’, wo sich bis vor
einige Zeit 3 Bezirksdirektionenberührten, an einem Tag gleich
dreimal in jeweils einer dieser Bezirksdirektion, macht 3 Punkte
extra. Es gibt laut Aufsichtsrat der GEMA Kollegen, die in der U-
Musik Wertung ab 60.000 bis weit über 100.000 Euro Wertung erreichen.
Dies ist Geld, was nicht rechtmäßig eingefahren worden ist und der
Solidargemeinschaft schadet.
Die GEMA bezeichnet dieses als ‘aufkommensstarkes Repertoire ohne
öffentliche Resonanz’. Von der Gesamtausschüttung in der Sparte
U=43,3 Mio. € beträgt dies 4,9 Mio € gleich 11,3%, in der Spart E
Gesamtausschüttung 7,1 Mio € beträgt dies 1,15 Mio €, 16.2%.
Es entbrannte sehr offen die vehemente Diskussion unter uns Kollegen
und im Auditorium über die sogenannten Geschäftsmodelle, die dermaßen
gut bei allen Abstimmung aufgestellt, im Raum sind, und nicht in der
Cafeteria gerade, dass sie fast alle Anträge zu dieser
Schadensbegrenzung abschmettern können. Es sind immer die gleichen
ca. 80 Stimmen der ca. 280 anwesenden Komponisten, die eine 2/3
Mehrheite verhindern, damit eine Änderung im Verteilungsplan durchkommt.
Aber, man hat jetzt doch zum Ende der Veranstaltung einen wichtigen
neuen Verteilungsmodus dieses Pro-Verfahrens durchbekommen, mit dem
zu vermuten steht, einige Geschäftsmodelle in ihrer absichtsvollen
Gelderwerbung damit durchqueren zu können.
Deshalb ist es immer wichtig, dass jedes ordentliche Mitglied zu
einer GEMA MV kommt, hat man doch erst bei diesem Status eine eigenen
Stimme.
Und, bezogen auf die kursierende Petition gibt es ja auch das
Interesse, die angeblich durch die zu hohen Auführungslizenzen für
Veranstalter möglicherweise nicht mehr stattfindenden Konzerte auch
nach ihren ‘Geschäftsmodellen’ nicht mehr machen und damit nicht mehr
abrechnen zu können. Anders gesagt, diese angeblich betroffenen
Musiker/Verlage/Labels wollen um alles in der Welt noch ganz viele
Kleinveranstaltungen machen können, damit sie weiterhin so abrechnen
können. Denn wenn Sturm gelaufen wird gegen eine zu starke Erhöhung,
setzt sich in der Öffentlichkeit der Aspekt durch, die GEMA ist zu
teuer, so ein Konzert machen wir erstgar nicht mehr. D.h., es würde
diesem ‘aufkommensstarken Repertoire ohne öffentliche Resonanz’ etwas
der Boden unter den Füßen entzogen.
Nachzulesen auf seite 48ff des GEMA Geschäftsberichtes:
http://www.gema.de/ dowloadbar!
http://tinyurl.com/degem090703c
Und, Lothar Voigtländer hat wirklcih recht, wenn er sagt, jetzt sind
die Komponisten und Musikautoren an der Reihe, die eigenen Interessen
(GEMA) zu formulieren, stärken, in Diskussionen einzubringen. Denn,
zahlen you tube u.ä. Keine Lizenzen mehr, dann nutzen sie die Musik,
die Klänge in Videos etc. nicht nur schlicht um sie zu präsentieren,
sondern, ihnen dienen diese Filme dazu, Sponsoren für Ihre Site, für
die Kosten ihrer eigenen Administration etc. zu verlangen, und auch
Gewinne hierüber zu machen, die dann aber alleine in ihre eigenen
Tasche wandern, ohne die geistigen Urheber daran partizipieren zu
lassen. Und das ist auch eine der tatsächlichen Dimensionen der
geführten Verhandlungen und öffentlichen Auseinandersetzungen.
Best
Johannes
Von: Harald Muenz
Datum: 2. Juli 2009 16:21:33 MESZ
Betreff: "GEMA-Petition" bloße Stimmungsmache?
Fakten zur GEMA-Petition an den Deutschen Bundestag von Lothar
Voigtländer
- BITTE WEITERLEITEN !
Damit scheint diese GEMA-Petition einmal mehr bloß die übliche
Klischee-Stimmungsmache gegen die "böse GEMA" zu sein, nach dem Motto
"Die Komponisten machen es doch auch umsonst." Eine öffentliche
kritische Auseinandersetzung mit ihr - aber anhand der Fakten - wäre
statt dessen eher überfällig, vgl. z. B. Helms, Hans G: Musik
zwischen Geschäft und Unwahrheit. München: edition text + kritik 2001
LG
Harald
---
Anfang der weitergeleiteten E-Mail von Lothar Voigtländer:
Liebe Freunde und Kollegen !
Anbei eine Faktenauflistung, die Ihr gern öffentlich benutzen und
zitieren könnt. Es wird höchste Zeit, dass wir (die Komponisten und
Musikautoren) uns wehren!! Die Zahlen stammen von der GEMA-Verwaltung
und sind somit de facto belegbar.
Mit herzlichen Sommer-grüßen und guten Wünschen - Euer LV
Fakten zu den Fehlinformationen in Sachen "Petition GEMA":
(Lothar Voigtländer, 2.Juli 2009)
Wer ist betroffen ?
Von der Erhöhung sind nur professionelle Konzertveranstalter
(Tourneeunternehmen, Gastspielunternehmen, Großhallenbetriebe) von
Unterhaltungsmusikkonzerten betroffen.
Wer ist nicht betroffen ?
Nicht betroffen sind alle anderen Veranstalter, auch die genannten
Jazzclubs.
Was bedeutet das für die live-Musiker, die ihr Geld mit ihrer eigenen
Musik verdienen?
Was bedeutet das für "größere Bands" ?/ für die E- Musik /
Für nicht professionelle Konzerveranstalter der Unterhaltungsmusik
ändert sich nichts. Es bleibt bei den Vergütungssätzen U-VK. Im
Bereich der ernsten Musik ergibt sich überhaupt keine Änderung,
unabhängig von der Art des Veranstalters. Die Vergütungssätze E
gelten unverändert fort.
Wieviel wurde bisher von den "Großveranstaltern" der
Konzertwirtschaft, die ihr Geld mit der Vermarktung populärer Musik
machen, gezahlt ?
Je nach Größenstufe betrugen die Prozentsätze für die Vergütung
bisher (bis zum 31.1.2009) 1,872% der Kartenumsätze, bei bis zu
3.000 Personen, 1,498 % bei mehr als 3.000 und bis zu 15.000 Personen
und 3,584 % bei über 15.000 Personen. Die Angaben beziehen sich auf
die in der Praxis vorkommenden Varianten, enthalten also die
üblicherweise eingeräumten Nachlässe einschließlich des
Gesamtvertragsnachlasses.
Die angeführte Erhöhung der GEMA-Tarife um 600% ist also eine
gezielte Falschmeldung der "Großen der Konzertveranstalter", die die
Veranstalter vor Ort, die Künstler und live-Musiker gegen die GEMA
aufbringen soll.
Wie sind die wirklichen Zahlen der geplanten Tariferhöhung?
Die Vergütungen betragen nach dem neuen Tarif U-K in 2009 1,92% der
Umsätze bei bis zu 15.000 Personen, bei über 15.000 Personen betragen
sie 4,0%. Schließlich wird im Jahre 2014 eine einheitliche Vergütung
von 8% erreicht. Der 20%ige Gesamtvertragsnachlass ist dabei
berücksichtigt.
Damit liegen wir im europäischen Vergleich dann (2014 !) in etwa mit
anderen Ländern gleichauf.
Fazit:
Es ist gerecht, dass Veranstalter, die ihr Geld mit der Vermarktung
von Musik machen, auch einen angemessenen Prozentsatz an die
„Kreativen“, die Macher von Musik zurückführen. Sonst gäbe es eines
Tages keine Musik mehr, weil die Vermarktungsmodelle die
ursprünglichen Musikautoren in die Armut getrieben hätten.
(Siehe auch Forderungen an die Internet-Plattformen, deren
Geschäftsmodelle auf dem Vertrieb durch Musik beruhen).
Nur , wenn die "Großen" des Geschäfts etwas von ihrem Profit abgeben,
kann es auch den „Kleinveranstaltern“ gut gehen!!!!
(siehe unten: Ausschnitt Presseerklärung )
Unverständlich bleibt, warum sich die Kreativen selbst vor die
politischen Ziele der Großveranstalter stellen, wo sie doch in den
seltensten Fällen von deren Gewinn-Margen profitieren.
"Den Bedürfnissen der Kleinveranstalter kommt die GEMA durch eine
Vielzahl von Spezialtarifen und Sondernachlässen auf vielen Ebenen
bereits nach. Um für noch mehr Transparenz zu sorgen, wurden die
unterschiedlichen Nachlässe zusammengefasst und veröffentlicht und
sind auch unter www.gema.de online für jeden Veranstalter abrufbar.
Besonders im Nachwuchsbereich hat die GEMA im Frühjahr 2009 ihr
mehrstufiges Konzept zur Nachwuchsförderung offiziell vorgestellt."
(aus der Presseerklärung der GEMA vom 22.06.09)
GEMA - "GEMA-Petition" + GEMA Mitgliederversammlung
Von: "Johannes S. Sistermanns"Datum: 3. Juli 2009 11:16:30 MESZ
Liebe Kollegen,
::::auch wenn das ein längerer Text ist, bitte kurz die Zeit nehmen
und lesen, es betrifft uns alle und direkt::::::::
im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung fand die Neuwahl des
Aufsichtsrats für die nächsten drei Jahre statt. Zu seinem neuen
Vorsitzenden hat der Aufsichtsrat den Komponisten Jörg Evers gewählt,
als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende wurden der Textdichter
Frank Dostal und Karl-Heinz Klempnow für die Berufsgruppe Verleger
wiedergewählt.
Die GEMA MV hat sich im wesentlichen und substantiell mal wieder, wie
sehr oft, mit Schadensbegrenzung aus den eigenen Reihen herumgeschlagen.
Es war in der Schwebe, ob Lothar Voigtländer noch eine Ergänzung zu
einer wesentlichen, bereits als Antrag eingebrachten, Änderung im
Verteilungsplan mit Schwerpunkt EAM anregt. Dies hat er aber dann für
dieses Jahr erst einmal unterlassen.
Grundsätzlich sind in München die Komponisten der U-Musik in der
Überzahl, wesewegen manche Anträge im Bereich E-Musik dann eher in
Berlin gestellt werden, da dort die E-Komponisten und Interessente
eher vertreten sind.
Internet
Was das Internet betrifft, so wurde mehrfach angemahnt, längst
laufende Marktstrategien nicht zu verschlafen und auf die
Lizensierung gepsielter Musiken zu dränge, Verträge überhaupt erst
auszhandeln, als eine Basis dafür.
Laut Dr. Heker, Vorstandsvoristzender der GEMA ist man kräftigst
dabei, und gewinnt den ein oder anderen Rechtsstreit:
http://tinyurl.com/degem090703a
Im Online-Geschäft, so Dr. Harald Heker, führt die GEMA ihren Kampf
gegen die Internet-Piraterie erfolgreich weiter. Erst vor zehn Tagen
hat das Landgericht Hamburg der GEMA-Klage gegen Rapidshare
stattgegeben. Auf Antrag der GEMA untersagte das Landgericht Hamburg
dem Betreiber des Sharehosting-Dienstes „rapidshare.com“, ca. 5.000
Musiktitel im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Erstmals
erging damit eine Entscheidung gegen einen Sharehoster mit einem Wert
von 24 Mio. Euro.
Dr. Heker informierte die Mitglieder außerdem über den Stand im Falle
des Internetportals YouTube, das vor einigen Wochen seine
Verhandlungen mit der GEMA über einen neuen Lizenzvertrag abgebrochen
und falsche Informationen an Journalisten gestreut hatte. Der GEMA
ist es gelungen, in zahlreichen Pressegesprächen die Fakten richtig
zu stellen. Das Angebot der GEMA über 1 Cent pro Stream liegt
YouTube vor. Die GEMA ist weiterhin gesprächsbereit, bleibt aber im
Interesse ihrer Mitglieder bei ihren Kernforderungen. Dazu zählen
eine angemessene Vergütung für die Urheber, klare Informationen über
die genutzten Musikwerke und Angaben über die Anzahl der Streams.
Er sagte auch, das dies nicht Praxis werde könne, mit jedem
Rechstbrecher eigens vor Gericht zu ziehen. Es wird eine euroopäische
Gesamtlösung über die Politik angestrebt. Hans-Joachim Otto, MdB,
Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen
Bundestages, sprach sehr klar und deutlich und begrüßte die
Informationspolitik seit wenigen Jahren nach draßen und zur Politik
seitens der GEMA. Er selbst wird sich für die Interessen der GEMA auf
höchste politischen Ebene einsetzen wollen. „ Wir brauchen einen
europäischen Rechtsrahmen für die Tätigkeit der
Verwertungsgesellschaften und ein europäisches Wahrnehmungsrecht aus
einem Guss“. Langer Beifall aller.
Es ist aber jetzt der Moment, einmal etwas grundsätzlicher auf die
GEMA/Komponisten-Situation einzugehen, damit man bis hin zur Petition
Zusammenhänge darstellt und erkennt, was u.a. Auch dahinter steckt.
http://tinyurl.com/degem090703b
Nehmen wir mal an, wir bezeichnen die GEMA als einen Focus, der
Urheberrechte geltend macht in Form von Eintreibung/Geltenmachung von
Tantiemen und auf der anderen Seite der Veitlung, sprich Ausschüttung.
Es gibt nun Kollegen im Komponisten- und Verlegerkreis von U + E, die
sogenannte ‘Geschäftsmodelle’ entwickeln, mit dem Ziel, möglichst
viel Geld aus diesem großen GEMA-Geldtopf abzufahren. Hierzu scheinen
Sie mit dem Verteilungsplan zu komponieren und aufzuführen. Sie
melden Konzerte an, die so nie stattgefunden haben, oder, finden ein
pfiffiges Schlupfloch in der GEMA-Verteilungsstatuten. Sind damit
nicht illegal, aber nutzen die Solidargemeinschaft nach eigenem
Einfallsreichtung kräftig aus.
Beispiele: Konzerte um 9, 10,11,12,13,14,15,16, Uhr, gleiches
Programm, gleicher Aufführer, das soll wohl bei Organisten schon mal
so vorkommen. Oder es werden Konzerte angemeldet, von denen es z. B.
in Kneipen nie Programme gibt und gab, die behauptet werden. Wenn die
GEMA reklamiert, Nachweise zu bringen in Form von Honorare, Verträge,
Ankündigungszettel, dann gibt es dies alles schon nicht mehr.
Konzerte in Kirchen, die keinen Eintritt kosten, häufig stattgefunden
haben sollen, werden zur Abrechnung angemeledet. Bis hin zu Konzerten
vor Taubstummen soll es gegeben haben. Zudem meint dieses Pro-
Verfahren, dass man pro Auführung in einer Bezirksdirektion in
Deutschland und pro Monat noch einen Extra Punkt als Wertung bekommt.
Und kann so auf 144 zusätzliche Wertungspunkt kommen, 12 Monate in 12
Bezirksdirektionen. Nun gibt es so pfiffige, die spielen im
sogenannten berüchtigten ‘Leverkusener Kreuz’, wo sich bis vor
einige Zeit 3 Bezirksdirektionenberührten, an einem Tag gleich
dreimal in jeweils einer dieser Bezirksdirektion, macht 3 Punkte
extra. Es gibt laut Aufsichtsrat der GEMA Kollegen, die in der U-
Musik Wertung ab 60.000 bis weit über 100.000 Euro Wertung erreichen.
Dies ist Geld, was nicht rechtmäßig eingefahren worden ist und der
Solidargemeinschaft schadet.
Die GEMA bezeichnet dieses als ‘aufkommensstarkes Repertoire ohne
öffentliche Resonanz’. Von der Gesamtausschüttung in der Sparte
U=43,3 Mio. € beträgt dies 4,9 Mio € gleich 11,3%, in der Spart E
Gesamtausschüttung 7,1 Mio € beträgt dies 1,15 Mio €, 16.2%.
Es entbrannte sehr offen die vehemente Diskussion unter uns Kollegen
und im Auditorium über die sogenannten Geschäftsmodelle, die dermaßen
gut bei allen Abstimmung aufgestellt, im Raum sind, und nicht in der
Cafeteria gerade, dass sie fast alle Anträge zu dieser
Schadensbegrenzung abschmettern können. Es sind immer die gleichen
ca. 80 Stimmen der ca. 280 anwesenden Komponisten, die eine 2/3
Mehrheite verhindern, damit eine Änderung im Verteilungsplan durchkommt.
Aber, man hat jetzt doch zum Ende der Veranstaltung einen wichtigen
neuen Verteilungsmodus dieses Pro-Verfahrens durchbekommen, mit dem
zu vermuten steht, einige Geschäftsmodelle in ihrer absichtsvollen
Gelderwerbung damit durchqueren zu können.
Deshalb ist es immer wichtig, dass jedes ordentliche Mitglied zu
einer GEMA MV kommt, hat man doch erst bei diesem Status eine eigenen
Stimme.
Und, bezogen auf die kursierende Petition gibt es ja auch das
Interesse, die angeblich durch die zu hohen Auführungslizenzen für
Veranstalter möglicherweise nicht mehr stattfindenden Konzerte auch
nach ihren ‘Geschäftsmodellen’ nicht mehr machen und damit nicht mehr
abrechnen zu können. Anders gesagt, diese angeblich betroffenen
Musiker/Verlage/Labels wollen um alles in der Welt noch ganz viele
Kleinveranstaltungen machen können, damit sie weiterhin so abrechnen
können. Denn wenn Sturm gelaufen wird gegen eine zu starke Erhöhung,
setzt sich in der Öffentlichkeit der Aspekt durch, die GEMA ist zu
teuer, so ein Konzert machen wir erstgar nicht mehr. D.h., es würde
diesem ‘aufkommensstarken Repertoire ohne öffentliche Resonanz’ etwas
der Boden unter den Füßen entzogen.
Nachzulesen auf seite 48ff des GEMA Geschäftsberichtes:
http://www.gema.de/ dowloadbar!
http://tinyurl.com/degem090703c
Und, Lothar Voigtländer hat wirklcih recht, wenn er sagt, jetzt sind
die Komponisten und Musikautoren an der Reihe, die eigenen Interessen
(GEMA) zu formulieren, stärken, in Diskussionen einzubringen. Denn,
zahlen you tube u.ä. Keine Lizenzen mehr, dann nutzen sie die Musik,
die Klänge in Videos etc. nicht nur schlicht um sie zu präsentieren,
sondern, ihnen dienen diese Filme dazu, Sponsoren für Ihre Site, für
die Kosten ihrer eigenen Administration etc. zu verlangen, und auch
Gewinne hierüber zu machen, die dann aber alleine in ihre eigenen
Tasche wandern, ohne die geistigen Urheber daran partizipieren zu
lassen. Und das ist auch eine der tatsächlichen Dimensionen der
geführten Verhandlungen und öffentlichen Auseinandersetzungen.
Best
Johannes
Von: Harald Muenz
Datum: 2. Juli 2009 16:21:33 MESZ
Betreff: "GEMA-Petition" bloße Stimmungsmache?
Fakten zur GEMA-Petition an den Deutschen Bundestag von Lothar
Voigtländer
- BITTE WEITERLEITEN !
Damit scheint diese GEMA-Petition einmal mehr bloß die übliche
Klischee-Stimmungsmache gegen die "böse GEMA" zu sein, nach dem Motto
"Die Komponisten machen es doch auch umsonst." Eine öffentliche
kritische Auseinandersetzung mit ihr - aber anhand der Fakten - wäre
statt dessen eher überfällig, vgl. z. B. Helms, Hans G: Musik
zwischen Geschäft und Unwahrheit. München: edition text + kritik 2001
LG
Harald
---
Anfang der weitergeleiteten E-Mail von Lothar Voigtländer:
Liebe Freunde und Kollegen !
Anbei eine Faktenauflistung, die Ihr gern öffentlich benutzen und
zitieren könnt. Es wird höchste Zeit, dass wir (die Komponisten und
Musikautoren) uns wehren!! Die Zahlen stammen von der GEMA-Verwaltung
und sind somit de facto belegbar.
Mit herzlichen Sommer-grüßen und guten Wünschen - Euer LV
Fakten zu den Fehlinformationen in Sachen "Petition GEMA":
(Lothar Voigtländer, 2.Juli 2009)
Wer ist betroffen ?
Von der Erhöhung sind nur professionelle Konzertveranstalter
(Tourneeunternehmen, Gastspielunternehmen, Großhallenbetriebe) von
Unterhaltungsmusikkonzerten betroffen.
Wer ist nicht betroffen ?
Nicht betroffen sind alle anderen Veranstalter, auch die genannten
Jazzclubs.
Was bedeutet das für die live-Musiker, die ihr Geld mit ihrer eigenen
Musik verdienen?
Was bedeutet das für "größere Bands" ?/ für die E- Musik /
Für nicht professionelle Konzerveranstalter der Unterhaltungsmusik
ändert sich nichts. Es bleibt bei den Vergütungssätzen U-VK. Im
Bereich der ernsten Musik ergibt sich überhaupt keine Änderung,
unabhängig von der Art des Veranstalters. Die Vergütungssätze E
gelten unverändert fort.
Wieviel wurde bisher von den "Großveranstaltern" der
Konzertwirtschaft, die ihr Geld mit der Vermarktung populärer Musik
machen, gezahlt ?
Je nach Größenstufe betrugen die Prozentsätze für die Vergütung
bisher (bis zum 31.1.2009) 1,872% der Kartenumsätze, bei bis zu
3.000 Personen, 1,498 % bei mehr als 3.000 und bis zu 15.000 Personen
und 3,584 % bei über 15.000 Personen. Die Angaben beziehen sich auf
die in der Praxis vorkommenden Varianten, enthalten also die
üblicherweise eingeräumten Nachlässe einschließlich des
Gesamtvertragsnachlasses.
Die angeführte Erhöhung der GEMA-Tarife um 600% ist also eine
gezielte Falschmeldung der "Großen der Konzertveranstalter", die die
Veranstalter vor Ort, die Künstler und live-Musiker gegen die GEMA
aufbringen soll.
Wie sind die wirklichen Zahlen der geplanten Tariferhöhung?
Die Vergütungen betragen nach dem neuen Tarif U-K in 2009 1,92% der
Umsätze bei bis zu 15.000 Personen, bei über 15.000 Personen betragen
sie 4,0%. Schließlich wird im Jahre 2014 eine einheitliche Vergütung
von 8% erreicht. Der 20%ige Gesamtvertragsnachlass ist dabei
berücksichtigt.
Damit liegen wir im europäischen Vergleich dann (2014 !) in etwa mit
anderen Ländern gleichauf.
Fazit:
Es ist gerecht, dass Veranstalter, die ihr Geld mit der Vermarktung
von Musik machen, auch einen angemessenen Prozentsatz an die
„Kreativen“, die Macher von Musik zurückführen. Sonst gäbe es eines
Tages keine Musik mehr, weil die Vermarktungsmodelle die
ursprünglichen Musikautoren in die Armut getrieben hätten.
(Siehe auch Forderungen an die Internet-Plattformen, deren
Geschäftsmodelle auf dem Vertrieb durch Musik beruhen).
Nur , wenn die "Großen" des Geschäfts etwas von ihrem Profit abgeben,
kann es auch den „Kleinveranstaltern“ gut gehen!!!!
(siehe unten: Ausschnitt Presseerklärung )
Unverständlich bleibt, warum sich die Kreativen selbst vor die
politischen Ziele der Großveranstalter stellen, wo sie doch in den
seltensten Fällen von deren Gewinn-Margen profitieren.
"Den Bedürfnissen der Kleinveranstalter kommt die GEMA durch eine
Vielzahl von Spezialtarifen und Sondernachlässen auf vielen Ebenen
bereits nach. Um für noch mehr Transparenz zu sorgen, wurden die
unterschiedlichen Nachlässe zusammengefasst und veröffentlicht und
sind auch unter www.gema.de online für jeden Veranstalter abrufbar.
Besonders im Nachwuchsbereich hat die GEMA im Frühjahr 2009 ihr
mehrstufiges Konzept zur Nachwuchsförderung offiziell vorgestellt."
(aus der Presseerklärung der GEMA vom 22.06.09)
