Degem - Deutsche Gesellschaft für elektroakustische Musik e.V.

[ 02. Juli 2009 ]

GEMA - "GEMA-Petition" bloße Stimmungsmache?

Von: Harald Muenz
Datum: 2. Juli 2009 16:21:33 MESZ

Fakten zur GEMA-Petition an den Deutschen Bundestag von Lothar 
Voigtländer
- BITTE WEITERLEITEN !
Damit scheint diese GEMA-Petition einmal mehr bloß die übliche 
Klischee-Stimmungsmache gegen die "böse GEMA" zu sein, nach dem Motto 
"Die Komponisten machen es doch auch umsonst." Eine öffentliche 
kritische Auseinandersetzung mit ihr - aber anhand der Fakten - wäre 
statt dessen eher überfällig, vgl. z. B. Helms, Hans G: Musik 
zwischen Geschäft und Unwahrheit. München: edition text + kritik 2001
LG
Harald

Anfang der weitergeleiteten E-Mail von Lothar Voigtländer:
Liebe Freunde und Kollegen !

Anbei eine Faktenauflistung, die Ihr gern öffentlich benutzen und 
zitieren könnt. Es wird höchste Zeit, dass wir (die Komponisten und 
Musikautoren) uns wehren!! Die Zahlen stammen von der GEMA-Verwaltung 
und sind somit de facto belegbar.
Mit herzlichen Sommer-grüßen und guten Wünschen - Euer LV

Fakten zu den Fehlinformationen in Sachen "Petition GEMA":
(Lothar Voigtländer, 2.Juli 2009)

Wer ist betroffen ?
Von der Erhöhung sind nur professionelle Konzertveranstalter 
(Tourneeunternehmen, Gastspielunternehmen, Großhallenbetriebe) von 
Unterhaltungsmusikkonzerten betroffen.

Wer ist nicht betroffen ?
Nicht betroffen sind alle anderen Veranstalter, auch die genannten 
Jazzclubs.

Was bedeutet das für die live-Musiker, die ihr Geld mit ihrer eigenen 
Musik verdienen?
Was bedeutet das für "größere Bands" ?/ für die E- Musik /
Für nicht professionelle Konzerveranstalter der Unterhaltungsmusik 
ändert sich nichts. Es bleibt bei den Vergütungssätzen U-VK. Im 
Bereich der ernsten Musik ergibt sich überhaupt keine Änderung, 
unabhängig von der Art des Veranstalters. Die Vergütungssätze E 
gelten unverändert fort.

Wieviel wurde bisher  von den "Großveranstaltern" der 
Konzertwirtschaft, die ihr Geld mit der Vermarktung populärer Musik 
machen, gezahlt ?
Je nach Größenstufe betrugen die Prozentsätze für die Vergütung 
bisher (bis zum 31.1.2009) 1,872% der Kartenumsätze, bei bis zu  
3.000 Personen, 1,498 % bei mehr als 3.000 und bis zu 15.000 Personen 
und 3,584 % bei über 15.000 Personen. Die Angaben beziehen sich auf 
die in der Praxis vorkommenden Varianten, enthalten also die 
üblicherweise eingeräumten Nachlässe einschließlich des 
Gesamtvertragsnachlasses.

Die angeführte Erhöhung der GEMA-Tarife um 600% ist also eine 
gezielte Falschmeldung der "Großen der Konzertveranstalter", die die 
Veranstalter vor Ort, die Künstler und live-Musiker gegen die GEMA 
aufbringen soll.

Wie sind die wirklichen Zahlen der geplanten Tariferhöhung?
Die Vergütungen betragen nach dem neuen Tarif U-K in 2009 1,92% der 
Umsätze bei bis zu 15.000 Personen, bei über 15.000 Personen betragen 
sie 4,0%. Schließlich wird im Jahre 2014 eine einheitliche Vergütung 
von 8% erreicht. Der 20%ige Gesamtvertragsnachlass ist dabei 
berücksichtigt.
Damit liegen wir im europäischen Vergleich dann (2014 !) in etwa mit 
anderen Ländern gleichauf.

Fazit:
Es ist gerecht, dass Veranstalter, die ihr Geld mit der Vermarktung 
von Musik machen, auch einen angemessenen Prozentsatz an die 
„Kreativen“, die Macher von Musik zurückführen. Sonst gäbe es eines 
Tages keine Musik mehr, weil die Vermarktungsmodelle die 
ursprünglichen Musikautoren in die Armut getrieben hätten.
(Siehe auch Forderungen an die Internet-Plattformen, deren 
Geschäftsmodelle auf dem Vertrieb durch Musik beruhen).

Nur , wenn die "Großen" des Geschäfts etwas von ihrem Profit abgeben, 
kann es auch den „Kleinveranstaltern“ gut gehen!!!!
(siehe unten: Ausschnitt Presseerklärung )

Unverständlich bleibt, warum sich die Kreativen selbst vor die 
politischen Ziele der Großveranstalter stellen, wo sie doch in den 
seltensten Fällen von deren Gewinn-Margen profitieren.

"Den Bedürfnissen der Kleinveranstalter kommt die GEMA durch eine 
Vielzahl von Spezialtarifen und Sondernachlässen auf vielen Ebenen 
bereits nach. Um für noch mehr Transparenz zu sorgen, wurden die 
unterschiedlichen Nachlässe zusammengefasst und veröffentlicht und 
sind auch unter www.gema.de online für jeden Veranstalter abrufbar.
Besonders im Nachwuchsbereich hat die GEMA im Frühjahr 2009 ihr 
mehrstufiges Konzept zur Nachwuchsförderung offiziell vorgestellt."
(aus der Presseerklärung der GEMA vom 22.06.09)

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