Degem - Deutsche Gesellschaft für elektroakustische Musik e.V.

[ 09. Dezember 2009 ]

HAMBURG - Kooperation der Musikhochschulen Hamburg und Lyon

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Maßstabsetzende Kooperation in Neuer Musik und Komposition der Musikhochschulen Hamburg und Lyon

Wir laden Sie herzlich ein zu einem gemeinschaftlichen Konzert der  
Musikhochschule Hamburg und der Musikhochschule Lyon:

Neue Kammermusik
am Donnerstag, den 10. Dezember 2009, 19.30 Uhr
im Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Eintritt frei.

Das Konzert steht in vielerlei Hinsicht für die intensive fruchtbare  
Zusammenarbeit der Musikhochschulen Hamburg und Lyon:

- Für diese Aufführung konnte Prof. Fabrice Pierre von der  
Musikhochschule Lyon gewonnen werden, der das Ensemble 21 der  
Hamburger Musikhochschule dirigiert. Im Gegenzug wird der Leiter des  
Ensemble 21 Prof. René Gulikers am 17. Dezember 2009 das Ensemble für  
zeitgenössische Musik der Hochschule Lyon dirigieren.

- Auf dem Programm stehen Werke von
Robert Pascal ("Des rives de lumière"),
Peter Michael Hamel ("KLANGSPIRALE" für 13 Instrumente),
Henry Fourès ("Cosi fa la boum") und
Luc Ferrari ("Morbido symphonie").

Luc Ferrari (1929-2005) war einer der großen französischen  
Komponisten, er würde in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiern.  
Sein Stück "Morbido symphonie" ist die deutsche Erstaufführung. Hamel  
studierte und befreundete sich mit ihm 1970 in Köln und 1977 bei einer  
gemeinsamen Aufführung der Kasseler documenta kam es zur ersten  
gemeinsamen Begegnung mit Henri Fourès. Die Stücke von Fourès (ehem.  
Rektor der Musikhochschule Lyon) und Hamel am heutigen Abend stehen in  
diesem Zusammenhang.
Der 1952 in Salon de Provence geborene französische Komponist Robert  
Pascal ist derzeit Professor für Komposition an der Hochschule in Lyon  
und hat ein beachtliches Repertoire an Werken mit Real-Time Electronic  
veröffentlicht  und gilt als einer der herausragenden Komponisten  
seiner Generation in Europa.

- Die Kooperation der beiden Hochschulen wird an diesem Abend durch  
die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Henri Fourès besiegelt.  
Damit würdigt Hamburg Einsatz und Engagement von Henri Fourès für die  
Neue Musik und die Zusammenarbeit beider Hochschulen.
Der 1948 in Coursan geborene französische Komponist Henri Fourès  
studierte Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Komposition in  
Montpellier und Paris und schließlich Musik des Mittelalters in Berlin  
und Klavier in Wien. Nach verschiedenen Tätigkeiten im universitären  
Bereich war er von 1984 – 1988 Generalinspektor für Erziehung und  
Ausbildung im Kulturministerium in Paris und gründete dort die  
Abteilung Neue Musik. Von 2000 – 2009 war er Direktor der  
Musikhochschule Lyon.

Seine äußerst vielseitige Schaffensweise als Komponist und Interpret  
ermöglicht es ihm, mit Künstlern der verschiedensten Sparten und  
Stilrichtungen  zusammenzuarbeiten. Henry Fourès schrieb Sinfonien,  
komponierte Kammer- und elektronische Musik, sowie Kompositionen für  
Ensembles und Vokalmusik. Er konzipierte und realisierte aber auch  
interaktive Darbietungen und musikalische Gesamtkunstwerke.

- Zu der Kooperation
Bereits seit zwei Jahren kooperieren die Musikhochschule Lyon und die  
Hochschule für Musik und Theater Hamburg eng auf dem Gebiet der  
zeitgenössischen Musik: Junge, qualifizierte Studierende werden mit  
dem zeitgenössischen Kammermusik- und Ensemblerepertoire sowie mit den  
Grundlagen freier Improvisationstechniken vertraut gemacht,  
insbesondere im Rahmen der wechselseitig stattfindenden Sommerakademie  
Opus XXI.
Ziel ist die Förderung und Verbreitung von zeitgenössischer Musik  
durch umfassende Vermittlung auf höchstem Niveau sowie durch die  
Vergabe von Kompositions-Aufträgen an junge Komponisten.

- Erster übergreifender Master in Planung
Geplant ist außerdem ein neuer, im Rahmen der europäischen Kooperation  
der Hochschulen einzigartiger gemeinsamer Masterstudiengang  beider  
Hochschulen im Fach Komposition, der den Studierenden ermöglicht, an  
beiden Hochschulen schwerpunktorientiert die unterschiedlichen  
Ausbildungssysteme und Inhalte zu vernetzen.
Die Musikhochschule Lyon beschäftigt sich traditionell mit  
Kompositionen im elektroakustischen, aber auch im angewandten Bereich  
der Komposition. Darüber hinaus verfügt sie über eine erstklassige  
Tanzabteilung. Damit eröffnen sich für die Hamburger Studierenden  
völlig neuartige Möglichkeiten, für Tanzprojekte zu komponieren. Im  
Gegenzug profitieren die französischen Studierenden von der  
Möglichkeit, im Bereich Musiktheater Projekte zu verwirklichen.
Dieser gemeinsame Master wird von beiden Hochschulen paritätisch  
betreut und wird zweisprachig sein. Die Studierenden sollen an beiden  
Hochschulen eingeschrieben sein und erhalten am Ende von beiden  
Hochschulen einen gemeinsamen Master.

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