KÖLN - Newsletter Musik der Gegenwart, April 2010
Von: "Dr. Marcus Erbe" Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Newsletter der Abteilung Musik der Gegenwart am
Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln
Aktuelle Termine
Komposition und Musikwissenschaft im Dialog
Mesias Maiguashca
Neue Musik in Ecuador?
Vortrag mit Publikumsdiskussion
Zeit: Freitag, 23. April 2010, 18.00 Uhr
Ort: Musiksaal der Universität zu Köln, Hauptgebäude,
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
Eine Kooperationsveranstaltung der Abteilungen für Musik der Gegenwart
und Musikethnologie
Eintritt frei
Raum-Musik
Mesias Maiguashca
Boletín y Elegía de las Mitas (2006)
Audiovisuelle Dokumentation der szenischen Kantate gleichen Namens für
ein Orchester von Volksinstrumenten,
3 Chöre, Holzklangobjekte, Elektronik und Fotoprojektionen
Klangregie: Mesias Maiguashca
Zeit: Freitag, 23. April 2010, 20.00 Uhr
Ort: Musiksaal der Universität zu Köln, Hauptgebäude,
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
Eintritt frei
Mesias Maiguashca über "Boletín y Elegía de las Mitas":
Die Eroberung Amerikas durch die Europäer initiierte eine neue Periode
in der Geschichte der Menschheit. Die Geschichte kann man nicht
verändern; es ist aber verständlich, dass verschiedene Völker sie
unterschiedlich interpretieren. Was für Europa Expansion, Abenteuer und
Bereicherung bedeutete, bedeutete für die Amerikaner Untergang, Verlust
ihrer Kultur, Freiheit und Identität – in vielen Fällen geradezu ihre
Auslöschung. Meine szenische Kantate basiert auf dem gleichnamigen
Gedicht von César Dávila Andrade, welches die Versklavung der Indios
durch die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert behandelt. Die Komposition
besteht aus zwei sich ergänzenden Schichten, einer klanglichen und einer
visuellen. Parallel zur Musik werden auf einer Großleinwand jeweils nur
die Gesichter von Indianern und Mestizen gezeigt, ohne jegliche Folklore
und Anekdote. Die Portraits illustrieren den Hauptsatz des Gedichts: „Yo
soy“ („Ich bin“). Es wird sehr bald klar, dass kaum einer dieser
Menschen frei ist vom gesellschaftlichen „Makel“ indianischen Blutes.
Terminvorschau Frühjahr/Sommer 2010
7.5.2010, 18.00 und 20.00 Uhr: Centro Tempo Reale / Francesco Giomi,
Vortrag und Konzert
16.6.2010, 18.00 und 20.00 Uhr: Jean-Claude Risset, Podiumsdiskussion
und Konzert
18.6.2010, 20.00 Uhr: Jean-Claude Risset, Konzert
16.7.2010, 18.00 und 20.00 Uhr: Gilles Gobeil, Vortrag und Konzert
Neue Publikation
Iannis Xenakis: Das elektroakustische Werk
Internationales Symposion
Musikwissenschaftliches Institut der Universität zu Köln
11. bis 14. Oktober 2006
Tagungsbericht
hrsg. von Ralph Paland und Christoph von Blumröder
= Signale aus Köln, Band 14
Verlag Der Apfel, Wien 2009
ISBN 978-3-85450-414-6
http://www.verlagderapfel.at/
Iannis Xenakis (1922-2001) gehört zweifellos zu den großen und
bahnbrechenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Zu seinem höchst
beeindruckenden musikalischen OEuvre zählen nicht zuletzt eine Reihe
inzwischen berühmt gewordener elektroakustischer Werke, die in ihrer
Gesamtheit erstmals auf einem Internationalen Symposion an der
Universität zu Köln 2006 musikwissenschaftlich erörtert und in Konzerten
dargeboten wurden. Über die Detailanalyse und Interpretation bestimmter
kompositorischer Besonderheiten hinaus wurden dabei vielfältige
kulturwissenschaftliche, philosophische und rezeptionsästhetische
Perspektiven auf eine Musik eröffnet, die oftmals mit Architektur und
Lichtprojektionen zur Multimedia-Kunst verschmilzt. Unter Einschluß
zahlreicher bislang unpublizierter
Skizzen und Dokumente präsentiert dieses Buch zentrale Aspekte eines
faszinierenden elektroakustischen Lebenswerkes.
Marcus Erbe
Klänge schreiben:
Die Transkriptionsproblematik elektroakustischer Musik
= Signale aus Köln, Band 15
Verlag Der Apfel, Wien 2009
ISBN 978-3-85450-415-3
http://www.verlagderapfel.at/
Die vornehmlich partiturlos überlieferte elektroakustische Musik bedarf
neuer analytischer Zugangsweisen und unkonventioneller Schriftsysteme.
Ausgehend von aktuellen medienkulturwissenschaftlichen Theorien zeigt
der Autor dieses Buches auf, welche Möglichkeiten der graphischen
Repräsentation von Klängen bestehen, aber auch, welche methodischen und
praktischen Grenzen diesem Vorhaben gegenwärtig gesetzt sind. Neben der
Erörterung transkriptiver Fragestellungen liegen die inhaltlichen
Schwerpunkte auf der genrespezifischen Dimension des Raumes und der
gewandelten Rolle des Hörers. Darüber hinaus enthält die Publikation
einen dokumentarischen Teil, in dem eine Fülle bislang unbekannter
Transkriptionsversuche erstmalig erschlossen und übersichtlich
systematisiert wurde.
