LÜNEBURG - Musik im Raum
From: Fortbildungszentrum für Neue Musik Newsletter
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Liebe Freundinnen und Freunde der Neuen Musik,
heute darf ich Euch/Sie auf aktuelle Veranstaltungen hinweisen:
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
Mit freundlichen Grüßen
Claus-Dieter Meier-Kybranz
INHALT
NEUE MUSIK IM MUSEUM 2010
Musik im Raum
Impressum
NEUE MUSIK IM MUSEUM 2010Unter der Intendanz von Prof. Helmut W.
Erdmann bieten das Museum für das Fürstentum Lüneburg und das
Ostpreußische Landesmuseum in Zusammenarbeit mit
demFortbildungszentrum für Neue Musik in Lüneburg unter dem Titel
„Neue Musik im Museum“ eine innovative Veranstaltungsreihe an.
Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Spannungsfelder zwischen neuer Musik
und Museumsobjekten aufzubauen und somit in „historischer“ Umgebung
aktuelle Bezüge zu schaffen, Vergangenheit und Gegenwart miteinander
zu verknüpfen.
Weitere Informationen und Kartenbestellungen:
Museum für das Fürstentum Lüneburg
Wandrahmstraße 10, 21335 Lüneburg
Tel. +49 (0)4131 / 43891 Fax. +49 (0)4131 / 405497
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.museum-lueneburg.de
und
Ostpreußische Landesmuseum
Ritterstraße 10, 21335 Lüneburg
Tel. +49 (0)4131 75 99 50 Fax: +49 (0)4131 75 99 511
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.ostpreussisches-landesmuseum.de
Intendanz: Prof. Helmut W. Erdmann
Museum für das Fürstentum Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum
in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungszentrum für Neue Musik Lüneburg
Eintritt: 9,- EUR, erm. 6,- EUR
Musik im RaumDonnerstag, 22. April 2010, 19 Uhr, Ostpreußisches
Landesmuseum, Ritterstraße 10, 21335 Lüneburg
Varius-Duo (HAMBURG)
Helmut W. Erdmann - Flöten (u.a. Großbassflöte)
Peter W. Schatt - Klarinetten (u.a. Bassetthorn)
Werke von:
Pierre Boulez, Helmut W. Erdmann, Olivier Messiaen & Karlheinz
Stockhausen
Programm
Helmut W. Erdmann: Recueillement für Großbassflöte
Olivier Messiaen: L’abîme des oiseaux für Klarinette solo aus: Quatuor
pour la fin du temps (1941)
(1908-1992)
Helmut W. Erdmann: Silence de tombeau
Helmut W. Erdmann: Mobile III (1982)
Pierre Boulez (*1925): Domaines pour clarinette seule (1961-68)
Karlheinz Stockhausen: Spiral für einen Solisten (1968) , Werk Nr. 27
(1928-2007)
Simultanversion für einen Flötisten und einen Klarinettisten
Werke
Pierre Boulez (*1925): Domaines pour clarinette seule (1961-68)
„Domaines“ entstand seit 1961 und liegt in mehreren Versionen vor.
Eine von ihnen ist die Fassung für Klarinette solo. Sie hat eine
mobile Form, da die Reihenfolge der Abschnitte in gewissem Maße der
Entscheidung der Ausführenden überlassen bleibt. Das Werk besteht aus
zweimal sechs Notenblättern, Cahiers genannt, die im Verhältnis von
Original und Spiegelbild stehen. Sie enthalten jeweils sechs
musikalische Abschnitte, die entweder von oben nach unten oder von
links nach rechts gelesen werden können. Die Spiegel sind jeweils in
der anderen Richtung zu lesen. Sie sind jedoch keine einfachen
vertikalen oder horizontalen Spiegelungen der Originale, sondern nach
ständig sich ändernden Reihenfolgen gestaltet.
Dieses Prinzip gilt auch für die dynamischen und artikulatorischen
Vorschriften. Hier sind für die meisten Abschnitte mehrere
Möglichkeiten gegeben, zwischen denen der Interpret wählen kann, und
die Spiegel enthalten diese in vielfältig vertauschten Reihenfolgen.
Die Achsen der Spiegelungen durchdringen sich demnach in mehrfacher
Hinsicht, so dass die Komposition quasi als ein räumliches Geschehen
zu denken ist, in dem sich der Ausführende auf verschlungenen Pfaden
bewegt.
Olivier Messiaen (1908-1992): L’abîme des oiseaux für Klarinette solo
aus: Quatuor pour la fin du temps (1941)
Olivier Messiaen schuf sein „Quatuor pour la fin du temps“ in
deutscher Kriegsgefangenschaft im Stalag VIII A, Görlitz/Schlesien, wo
es 1941 unter schwierigsten Bedingungen uraufgeführt wurde.
Im dritten Satz, „L’abîme des oiseaux“, greift er auf ein Naturbild
zurück, um eine fundamentale religiöse Erfahrung zu vergegenwärtigen:
Eine Solo-Klarinette entfaltet nahezu unmenschlich lang ausgehaltene,
fast gleich bleibende Töne, gedehnte Melodien, abrupte Wechsel
zwischen höchster Lage und Klängen dunkelster Tiefe, die von wenigen,
wie verirrt erscheinenden Vogelstimmen unterbrochen werden, um ein
Gefühl größter Einsamkeit in unwirtlicher, ja bedrohlicher Landschaft
hervorzubringen. Vor dem Sturz in den Abgrund völliger Verlassenheit
bewahrt nur die Gewissheit der Gnade Gottes, die auch in dieser
Situation noch ermöglicht, Klänge zu schaffen und sich dadurch
menschlicher Kultur zu vergewissern. Dies wird durch kompositorische
Technik bewirkt, die durch instrumentale Technik zur Darstellung
gelangt. Zusammen erweisen sie sich hier als Technik des Überlebens
mit Mitteln der Kunst.
Karlheinz Stockhausen (1928-2007): Spiral für einen Solisten (1968) ,
Werk Nr. 27
Simultanversion für einen Flötisten und einen Klarinettisten
In Karlheinz Stockhausen „Spiral“ geht es um die Erweiterung des
Horizonts, um die Überwindung von Grenzen: Er vertraut in auf die
kreative Kraft der Interpreten, die auf Anregung von und im
Zusammenspiel mit Kurzwellenklängen ihr bisheriges Können hinter sich
lassen und einen Weg ins Ungeahnte einschlagen sollen. Dies verlangt
von den Spielern, über alles technisch und musikalisch bislang für
möglich Gehaltene hinauszugehen, um in einen Bereich von Fähigkeiten
zu gelangen, in dem es ihnen möglich ist, eine „unerhörte“ Musik
hervorzubringen.
Interpreten
Peter W. Schatt,
geboren 1948 in Hamburg, studierte Musikerziehung an Gymnasien sowie
Germanistik und Literaturwissenschaft (1. Staatsprüfung 1972, 2.
Staatsprüfung 1974), Klarinette (Diplomprüfung 1972, Konzertexamen
1976) und Musikwissenschaft (1985 Promotion zum Dr. phil. an der TU
Berlin). 1974-89 Lehrtätigkeit als Studienrat für Musik und Deutsch an
Hamburger Gymnasien, Lehraufträge für Musikdidaktik, Klarinette und
Methodik des Klarinettenunterrichts an der Universität Hamburg sowie
den Musikhochschulen Hamburg und Lübeck. Gleichzeitig rege
internationale Konzerttätigkeit vor allem mit Neuer Musik,
Rundfunkproduktionen bei fast allen deutschen Sendern. Seit 1989
Professor für Musikpädagogik/Didaktik der Musik an der Folkwang-
Hochschule Essen. Von 1994 bis 2002 Mitherausgeber von Musik und
Bildung, von 1999 bis 2004 und seit 2007 Vorstandsmitglied des
Instituts für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt.
Arbeitsschwerpunkte: Musik des 20. Jhs., Musikpädagogik und
Musikdidaktik unter interdisziplinären und interkulturellen Aspekten.
Bücher zur Musikwissenschaft und Musikpädagogik:
- Exotik in der Musik des 20. Jahrhunderts. Historisch-systematische
Untersuchungen zur Metamorphose einer ästhetischen Fiktion (= Berliner
musikwissenschaftliche Arbeiten Bd. 27, hg. v. C. Dahlhaus und R.
Stephan), München/Salzburg 1986
– "Jazz" in der Kunstmusik. Studien zur Funktion afro-amerikanischer
Musik in Kompositionen des 20. Jahrhunderts (= Perspektiven zur
Musikpädagogik und Musikwissenschaft Bd. 18, hg. v. W. Gieseler, S.
Helms und R. Schneider), Regensburg 1995
– Form und Kultur. Studien zur musikalischen Bildung (Hrsg., mit
Beiträgen von Jörg Lemberg, Ortwin Nimczik, Stefan Orgass, Peter W.
Schatt) (= Folkwang-Texte Bd. 11, hg. v. J. Fellsches), Essen 1995
– MusikBilder (= Thema Musik, hg. v. O. Nimczik), Leipzig 2003
– Neue Musik vermitteln. Analysen – Interpretationen – Unterricht,
(hg. zus. mit H. Bäßler und O. Nimczik), Mainz 2004
– Einführung in die Musikpädagogik, Darmstadt 2007
– Musikpädagogik und Mythos. Zwischen mythischer Erklärung der
musikalischen Welt und pädagogisch geleiteter Arbeit am Mythos, Mainz
2008
– „Unser Faust - meet the composer“: Vom Ringen um neue Musik. Ein
Kompositionsprojekt an Essener Schulen: Bericht – Evaluation –
Dokumentation, Regensburg 2009 (in Vorbereitung)
Helmut W. Erdmann
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und
Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte,
Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit
1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg Flöte, Leiter des
Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit Lehrbeauftragter an der Leuphana
Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit
1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für
Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter
auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit
1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten
Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble
Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell
Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und
Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der
Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter
des Fortbildungszentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche
Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo
(Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford
University California, (USA), 1980 Niedersächsisches
Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der
Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der
Cite Internationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988
und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches
Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg;
1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident
der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik (ECPNM). Seit
2006 Präsidiumsmitglied des ECF (European Composer´s Forum). Seit 2007
Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes sowie der ECSA
(European Composers and Songwriters Alliance). Seit 2008 Mitglied der
„Platform of Cultural and Creative Industries der EU-Commission for
Education and Culture“ in Brüssel. Seit 2009 Vorsitzender des
Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Norddeutschland, sowie
Mitglied in den Fachausschüssen „Bildung“ und „Europa“ des Deutschen
Kulturrates; außerdem seit Oktober 2009 Vizepräsident des ECF´s. 2010
Berufung in das "Kompetenznetzwerk Europäische Kulturpolitik" des
Deutschen Musikrates. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 200 Werke)
umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-
elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen
Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den
USA.
"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute
möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung
improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von
Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Ausein-andersetzung mit
elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den
differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung
sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen"
Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig
elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der
Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und
apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat
mich die Einbe-ziehung melodischer und rhythmischer Elemente
interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben
diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den
zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für
den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind
eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler
als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für
mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische
Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinandersetzung mit Neuer Musik
heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen
Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."
ImpressumFortbildungszentrum für Neue Musik
Director: Prof. Helmut W. Erdmann
Assistenz: Claus-Dieter Meier-Kybranz
An der Münze 7
21335 Lüneburg
Telefon: 04131-309390
Fax: 04131-309390
Web: http://www.neue-musik-lueneburg.de
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Verantwortlich:
Claus-Dieter Meier-Kybranz
