LÜNEBURG - Neue Musik in Lüneburg 2010
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Liebe Freundinnen und Freunde der Neuen Musik,
heute darf ich Euch/Sie auf aktuelle Veranstaltungen hinweisen:
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
Mit freundlichen GrüÃen und frohe Ostern
Claus-Dieter Meier-Kybranz
INHALT
NEUE MUSIK IM MUSEUM 2010 - Auftaktveranstaltung
Phantastisch-visionäre Klangwelten
Wochenendseminar LIVE-ELEKTRONIK - 15./16.1.2010
Impressum
NEUE MUSIK IM MUSEUM 2010 - AuftaktveranstaltungUnter der Intendanz
von Prof. Helmut W. Erdmann bietet das Museum für das Fürstentum
Lüneburg und das OstpreuÃische Landesmuseum in Zusammenarbeit mit dem
Fortbildungszentrum für Neue Musik in Lüneburg unter dem Titel
âNeue Musik im Museumâ eine innovative Veranstaltungsreihe an.
Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Spannungsfelder zwischen neuer Musik
und Museumsobjekten aufzubauen und somit in âhistorischerâ Umgebung
aktuelle Bezüge zu schaffen, Vergangenheit und Gegenwart miteinander
zu verknüpfen.
Das Auftaktkonzert gestaltet Herr Prof. Erdmann am
Sonntag, dem 17. Januar 2010 um 13 Uhr im OstpreuÃischen Landesmuseum,
RitterstraÃe 10, 21335 Lüneburg selbst.
Unter dem Titel âPhantastisch-visionäre Klangweltenâ erklingen
Solo-Werke für Flöte mit und ohne
Elektronik 13 Uhr, mit Wiederholungen um 15 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr.
(Anfangszeiten)
Die Hörer können verweilen, wiederkehren, anknüpfen an schon
Gehörtem.
Zu allen Veranstaltungen der Reihe "Neue Musik im Museum" laden wir
Sie herzlich ein.
Weitere Informationen und Kartenbestellungen:
Museum für das Fürstentum Lüneburg
WandrahmstraÃe 10, 21335 Lüneburg
Tel. 04131 / 43891 Fax. 04131 / 405497
E-Mail:
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www.museum-lueneburg.de
Phantastisch-visionäre KlangweltenHelmut W. Erdmann
Flöten und Live-Elektronik
Werke von K. Ager, H. Bieler, L. Dubrovay, C.-D. Meier, M. Sell und
H.W. Erdmann
Programm
Klaus Ager DUINO II (2001) Version für Bassflöte und GroÃbassflöte
in G
Michael Sell Super A WIX he (1999) Version für Bassflöte und
GroÃbassflöte in
Helmut Bieler Wie ein dünner Schleier (1985) Version für Bass- und
GroÃbassflöte in G
nach einem Text von Sabine Keller
---------
Helmut Bieler Klangwandlungen (1995) Musik für GroÃbassflöte in G
und Tonband
László Dubrovay Solo Nr. 6 (1985) für GroÃbassflöte in G solo
Claus-Dieter Meier Disperse Flute II (1999) für GroÃbassflöte in G
und Live-Elektronik
Helmut W. Erdmann Transfiguration VIII (1994)
21 Stationen für einen Flötisten und Live-Elektronik
Introduktion â Allegro ma non troppo â Largo â Allegro spirito
â Moderato
Scherzando â Allegro moderato â Allegro con fuoco â Andante â
Presto
Rezitativ â Allegro asssai â Prestissimo â Larghetto â Allegro
furioso
Scherzo â Andantino â Vivace â Adagio â Allegro ma non tanto
â Epilog
Helmut W. Erdmann Flöten (+ Piccoloflöte, Flöte in G, Bassflöte,
GroÃbassflöte in G) und Live-Elektronik
Helmut W. Erdmann
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und
Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte,
Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit
1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des
Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit Lehrbeauftragter an der Leuphana
Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit
1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für
Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter
auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit
1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten
Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 auÃerdem Mitglied des Ensemble
Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell
Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und
Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der
Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 auÃerdem Leiter
des Fortbildungszentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche
Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo
(Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford
University California, (USA), 1980 Niedersächsisches
Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der
Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der
Cite Internationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988
und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches
Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg;
1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident
der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik (ECPNM). Seit
2006 Präsidiumsmitglied des ECF (European Composer´s Forum). Seit
2007 Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes sowie der
ECSA (European Composers and Songwriters Alliance). Seit 2008 Mitglied
der âPlatform of Cultural and Creative Industries der EU-Commission
for Education and Cultureâ in Brüssel. Seit 2009 Vorsitzender des
Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Norddeutschland, sowie
Mitglied in den Fachausschüssen âBildungâ und âEuropaâ des
Deutschen Kulturrates; auÃerdem seit Oktober 2009 Vizepräsident des
ECF´s. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 200 Werke) umfassen alle
Gattungen, einschlieÃlich elektronischer und live-elektronischer
Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der
Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.
Klaus Ager
Geboren 1946 in Salzburg, Musikstudien am MOZARTEUM und an der
Universität in Salzburg, sowie am Conservatoire National et Superieur
in Paris bei Olivier Messiaen und Pierre Schaeffer. 1975 - 1986
künstlerischer Leiter des ÃSTERREICHISCHEN ENSEMBLES FÃR NEUE MUSIK
und damit umfangreiche Konzerttätigkeit im In- und Ausland. 1977 -2006
künstlerischer Direktor des Neue-Musik-Festivals ASPEKTE SALZBURG in
Salzburg.
1981 Gründer und bis 1991 Präsident der Europäischen Vereinigung von
Veranstaltern Neuer Musik (ECPNM)
1991 Gründer der IG Komponisten Salzburg Zur Zeit Professor für
Musikanalytik und von 1995 â 2000 Rektor der Hochschule Mozarteum. In
den letzten Jahren häufige Tätigkeit als Gastkomponist und Lektor an
verschiedenen nord- und südamerikanischen Universitäten. Als
Komponist in erster Linie durch Kammermusik, Orchesterwerke,
elektronische und Computermusik hervorgetreten.
Seit April 2004 Präsident des Ãsterreichischen Komponistenbundes und
seit Sept. 2006 Präsident des âeuropäischen Komponistenforumsâ,
der Vereinigung der europäischen Komponistenverbände.
Aufführungen bei den wichtigsten Festivals Neuer Musik in der ganzen
Welt. Zahlreiche Werke sind auf Schallplatten oder CD's erhältlich
(HOSHI für Bläserquintett, ATACAMA für Gitarre solo, ALINKONIE für
verschiedene Klangerzeuger, wind um ein grab, CLB512, sondern die
sterne sinds, Gesang zur Nacht, Klavierkonzert II, Duino I, Hanliu-Ker
etc.)
Michael Sell
(1942) geboren in Königstein (Ts), studierte Politologie und
Naturwissenschaften, wird Trompeter (Schallplatten, Rundfunk- und
Fernsehproduktionen). Ab 1978 verlagert sich der Schwerpunkt auf
kompositorische Arbeiten. âJugoslawische Quartetteâ, âDer
Heilig`n Landmusikâ sind die Werke dieser Jahre. 1988 entstanden die
auch in Donaueschingen aufgeführten âSechs Fürsprücheâ für
Soli, Chor und Orchester für das Ensemble âDeutsch-Französische
Freundschaftâ. Im Auftrag der Alten Oper Frankfurt für die Frankfurt
Feste 1989 entstand das Oratorium âHiroshima mon Amourâ für Soli,
Sprecher und Orchester nach M. Duras. 1990 schlossen sich für die WDR
- Nachtmusik in Köln die âPrometheus-Konzert-Szenenâ für Soli und
Orchester an. âUnd wüÃten`s die Nachtigallen...â heiÃt die
Klangszene, die der Umlandverband Frankfurt 1991 bestellte und im
selben Jahr im Zoo-Gesellschaftshaus uraufführen lieÃ. Ebenfalls 1991
entstanden, vom WDR Köln beauftragt, âIterationen - Paradies der
Narrenâ und âKlanggoldâ, Uraufführungen im kleinen Sendesaal des
WDR im Februar 1992, im August desselben Jahres wurden diese Werke
neben anderen in der Black Box des âGasteigâ en suite in München
aufgeführt. In den Jahren 1991 bis 1994 entstehen âConcerto Piccolo
Orchesterfassungâ, âTod und Wiedergeburt für Orchesterâ und
âORCH MKMBWâ für Orchester, die neben anderen Werken unter dem
Konzert - Titel âRaum-Musikâ 1994 in der Alten Oper Frankfurt in
Verbindung mit dem WDR und dem HR uraufgeführt wurden, wobei
Voraufführungen einzelner Teile dieser âRaum-Musikâ 1993 im
Schauspielhaus Berlin und der Musikhochschule Frankfurt am Main, sowie
für DS-Kultur Berlin erarbeitet wurden.
Konzertante Interpretation von »La Bourse« des G. Ph.Telemann aus dem
Jahre 1720 vom Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt
überlassenâ entstand - beauftragt von der âProjektgruppe Kultur im
Ghettoâ - 1994, und 1995 entsteht das 63.00 minütige âSuper-
Konvolut für Flöte(n)â, das am 4. Dezember 1995 in der St.
Katharinenkirche in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde. âGroÃer
Attraktorâ für Sopran-Vokalisen und Orchester und âSuperformel
für Paukerâ entstehen 1995/96 bzw. 1994, Uraufführung am 28.9.1996
in der Loschwitzer Kirche, Dresden. In der Reihe âdas neue werkâ
des NDR Hamburg im Studio 10 konnte am 13.3.97 das âConc. Piccoloâ
in der Barockorchesterfassung uraufgeführt werden mit der
Hannoverschen Hofkapelle und dem Hölderlin Trio. In derselben Konzert-
Produktion wurden erstmals das Telemann'sche Original der Suite B-dur
»La Bourse« und die Sell'sche âKonzertante Interpretation von »La
Bourse« des Georg Phillip Telemann aus dem Jahre 1720 vom
Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt überlassenâ in den
Interpretationen der Hannoverschen Hofkapelle und des Hölderlin Trios
gemeinsam aufgeführt.
Die Orchesterfassung des âSuper-Konvolutâ entstand 1998 und wurde
am 8.9.1998 in Verbindung mit dem HR in der St. Katharinenkirche in
Frankfurt am Main uraufgeführt. AnläÃlich der III. Dresdner (Ur)-
Aufführungen wurden die Orchesterfassungen der âSuperformelnâ für
Viola, Schlagzeug, âSuper Paradiseâ für Trompete und âSonata
picc. puttanescaâ in der Loschwitzer Kirche am 11.9.1998 erstmals
aufgeführt. In Verbindung mit u.a. dem Hessischen Rundfunk wurde am
4.12.1999 in Frankfurt (M) im neuen Gallus-Theater âCESâ für
groÃes Orchester uraufgeführt. Eine weitere Uraufführung zum
Milleniumswechsel fand im Societaetstheater in Dresden vom 6. bis 8.
Jan. 2000 statt: âFlutissimo 2000â. Das âMea T - Projektâ in
Verbindung mit dem Hessischen Rundfunk wurde im September 2001 im
Frankfurter Gallus Theater uraufgeführt. Das Programm âGroÃer
Attraktor/La Bourseâ folgte im Oktober 2001 im Societaetstheater in
Dresden.
Eine Ausstellung der grafischen GroÃpartituren zu âFlutissimo
2002â - Hören und Sehen - mit Transfiguration VIII und Super-
Konvolut, H. W. Erdmann Flöte(n), war im Jan. 2002 in der Galerie
Monika Reitz in Frankfurt (M) zu sehen und zu hören. Neben den
Konzerten sind 22 Schallplatten bzw. CDs sowie Rundfunk- und
Fernsehaufnahmen im In- und Ausland produziert worden. Soeben ist die
CD 524 âLa Bourse...â erschienen. Weitere wichtige Auf- und
Uraufführungen fanden u.a. statt in Köln: Kleiner Sendesaal des WDR,
Comedia Colonia; München: Gasteig, Black Box; Berlin: Schauspielhaus,
Humboldt-Universität, Festwochen; Paris: Septième Biennale de Paris;
Graz: Steierischer Herbst; Donaueschingen: Donaueschinger Musiktage;
Zürich: TU; Frankfurt (M): Alte Oper, Katharinenkirche; Dresden:
Kulturpalast, Loschwitzer Kirche, Societaetstheater; Ludwigsburg:
SchloÃfestspiele; Leipzig: Alte Handelsbörse, KongreÃhalle. Michael
Sell lebt freischaffend in Frankfurt am Main.
Helmut Bieler
Geboren 1940, Studium von Komposition, Schulmusik, Klavier (Staatliche
Hochschule für Musik, München; F. X- Lehner, Fr. Wührer, A. Schoen);
Künstlerische und Pädagogische Staatsexamina 1965/66, heute Professor
für Musikpädagogik an der Universität Bayreuth. Werke: Zahlreiche
Kammermusik, Solowerke für verschiedene Instrumente, Vokalwerke,
Orchesterwerke, Oper, Oratorium, Messe, Orgelmusik, mehrfach
Einbeziehung von Elektronik; Aufführungen im In- und Ausland; bei
zahlreichen Festivals, unter anderem Biennale Zagreb,
Saxophonweltkongress Washington, Gaudeamuswoche Amsterdam, Aspekte
Salzburg, Neue Musik in Lüneburg, Weltmusiktage Aarhus, Ars-nova-tage
Nürnberg, Studio für Neue Musik Berlin, Festivals in Kazan, Moskau,
Porto u. v. a.; Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg, Kulturpreis der
Stadt Bayreuth, Preis für Musik der Bayerischen Akademie der Schönen
Künste 2008; zahlreiche Rundfunkaufnahmen und -sendungen im In- und
Ausland; Konzertätigkeit als Pianist mit Neuer und traditioneller
Musik (Rundfunk- und Schallplatten- und CD-Aufnahmen); Leiter und
Pianist der Gruppe "ensemble musica viva".
In der Komposition Klangwandlungen mischen sich ruhige verhaltene
Melodieverläufe des Melodieinstruments mit den untergrundigen
sphärischen Klänge vom Tonband. Aus diesem Zusammenspiel ergeben sich
unmerklich neue Farbkonstellationen und dynamische sowie gestische
differenzierte Klangbilder. Das 11 Minuten dauernde Stück entwickelt
sich aus groÃer dunkler Ruhe, nimmt an Bewegung zu und entfernt sich
wieder zur Stille.
László Dubrovay
wurde 1943 in Budapest geboren und studierte an der dortigen Franz
Liszt Musikakademie Komposition. Von 1972 bis 1975 konnte er an der
Kölner Hochschule für Musik seine Studien bei Karlheinz Stockhausen
(Komposition) und Hans-Ulrich Humpert (Elektronische Musik)
fortsetzen. 1975 arbeitete er im Elektronischen Studio des WDR in
Köln, im Herbst 1985 als Gast des DAAD im Elektronischen Studio der TU
Berlin. Seit 1976 unterrichtet er Theorie an der Franz Liszt
Musikakademie, jetzt als Universitätsprofessor. Er komponierte Werke
in fast allen Musikgattungen: Oper, Ballet, symphonische Werke für
Orchester, Brassorchester, Konzerte, Kammermusik, Solo Stücke, elektro-
akustische-, Computer-Musik, Lieder, Chormusik. Er erhielt zahlreiche
Preise und Auszeichnungen.
âDer individuelle Stil markanter Komponistenpersönlichkeiten ist
keine angenommene Manier, sondern das Resultat dessen, dass sie ihre
Aufmerksamkeit auf die tiefsinnige Lösung einiger Grundprobleme
konzentrieren. Der Komponist ist hier gleichzeitig auch Forscher, weil
er in dem weiten Reich der akustischen Möglichkeiten die geeignetesten
Mittel für seine künstlerische Ziele finden muss. Eine solche
Persönlichkeit ist Lászlo Dubrovay. Die bei Karlheinz Stockhausen
verbrachten Lehrjahre waren für ihn nicht nur vom Gesichtspunkt der
Aneignung der Technologie der elektroakustischen Musik entscheidend.
Die hier erkannten akustischen Möglichkeiten nutzte er auf neuartige
Weise auch für traditionelle Instrumente, in dem er die
Anwendungsweise der ursprünglichen, ungewohnten und gleichzeitig
menschlich äusserst ausdrucksvollen Verhältnisse der Tonhöhe und
Klangfarben erschloss. Sein Tonsystem basiert auf einer polaren
Dualität: auf der einen Seite nützt er Mikrointervalle, Glissandi,
auf der anderen die Möglichkeit der natürlichen Obertöne. Dadurch
tritt â bildlich gesagt â die elementar subjektive Welt der
Tongleitungen bei ihm in eine abwechslungsreiche Beziehung mit der
objektiven Welt der naturgegebenen harmonischen Tonreihe.â (János
Maróthy)
Solo Nr. 6
Die Komposition lotet die Möglichkeiten der Klanggestaltung mit der
GroÃbassflöte in G facettenreich aus. Geräusche und Töne mit
wechselseitigen Ãbergängen, Obertonakkorde, duale Zweistimmigkeit
gleichzeitigen Spielens und Singens ergeben einen spannungsvollen
Ablauf im klassischen Aufbau Exposition - Durchführung - Reprise -
Coda.
Claus-Dieter Meier
Geboren 1962 in Freiburg/Brs. Studium in Lüneburg (Lehramt für Grund-
und Hauptschule in Musik, Deutsch und Kunst); 2. Staatsexamen 1997.
Seit 1990 Mitarbeiter des Fortbildungszentrums für Neue Musik und
Dozent für digitale Live-Elektronik. Seit 1989 Geschäftsführer des
Landesverbandes Niedersachsens der Jeunesses Musicales Deutschland.
Seit 1980 Mitglied im "Ensemble Neue Musik Lüneburg" und Assistent von
Prof. Helmut W. Erdmann (Flöte und Live-Elektronik). 1998 bis 2000
Moderator bei Radio ZuSa mit der Hörfunksendung "Klanginnovationen".
2000 absolviert er den Kontaktstudiengang âNeue
Kompositionstechnikenâ des AV-Medienzentrums der Hochschule für
Musik und Theater Hamburg sowie an Kompaktkursen des
Fortbildungszentrums für Neue Musik.
Auseinandersetzung in den Bereichen Konzeptkomposition, Elektronische
Musik/Tonbandmusik, Live-Elektronik und experimentelle
Instrumentalmusik. Realisierung eigener Kompositionen; div. Konzerte
und Workshops mit eigenen Werken.
Die Klangidee der Komposition Disperse Flute II (1999) für
Grossbassflöte und Tonband basiert auf zehn verschiedene Multiphonics
auf der Querflöte. Das digitalisierte Klangmaterial wurde durch eine
Software bearbeitet, die sich der Technologie der sogenannten
âneuronalen Netzenâ bedient. Sukzessive wurden mehrere Algorithmen
benutzt: Sample Rate Conversion, Spracherkennungs-Algorithmen (Center
Clipping), Bilddatenkompression (Wavelet Signal Reduction),
Veränderung der Stimmung und zeitlichen Ausdehnung (Timebase & Pitch
conversion), Verfremdung des âspektralenâ Bereichs (Sonic Disperse)
und Audio-Morphing. Die Anordnung der modifizierten Klangbausteine
wurde seriell festgesetzt. Die Klangaura des Flötisten verschmilzt
sich mit den ungewohnten Klangfarben zu einer neuen Dimension.
Helmut W. Erdmann
"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute
möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung
improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von
Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Auseinandersetzung mit
elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den
differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von groÃer Bedeutung
sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen"
Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig
elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der
Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und
apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat
mich die Einbeziehung melodischer und rhythmischer Elemente
interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben
diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den
zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke
für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind
eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler
als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für
mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische
Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinander-setzung mit Neuer
Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen
Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."
Transfiguration VIII (1994) Die Komposition entfaltet sich vom
"reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis
zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen
der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und
apparativer Technik im kreativen Prozess.
Wochenendseminar LIVE-ELEKTRONIK - 15./16.1.2010Wochenendseminare im
Fortbildungszentrum für Neue Musik
Freitag 16 - 21 Uhr
Samstag 11 - 18 Uhr
weitere Termine:
29.â30. Januar
Live-elektronische Musik,
Live-Elektronik
Kompositum aus dem engl. Adjektiv live, lebend, lebendig, wirklich,
aktuell, direkt, unmittelbar,
und
Elektronische Musik bzw. Elektronik
In den Wochenendseminaren wollen wir uns umfassend mit Elektronischer
Musik/LiveâElektronik auseinandersetzen. LiveâElektronik als
Teilgebiet von Komposition, insbesondere der Bereiche Elektronische
Musik/Computermusik, versteht sich hauptsächlich als praktische
Disziplin. Ergänzt wird der Praxisbereich mit Erörterungen
geschichtlicher und theoretischer Hintergründe sowie ausgewählte
Werke elektronischer und liveâelektronischer Musik internationaler
Studios. Dieses dient nicht nur der Information über Möglichkeiten
elektronischer Klanggestaltung, sondern es soll auch die Phantasie und Erfindungsgabe der Teilnehmer angeregt werden.
In der praktischen Arbeit werden mit Instrument/Stimme und
Synthesizern, Modulationsgeräten, Effektgeräten unterschiedlicher Art â analog und digital â Klangerweiterungen experimentell erprobt.
Nach dieser Erprobungsphase, die immer ergänzt wird durch Hören,
werden die Ergebnisse besprochen und Projekte â individuell oder im
Team â entwickelt. Hierzu gehören u. a. das Auflisten der
erarbeiteten Materialen, Gliederungsmöglichkeiten,
Notationsmodalitäten und Aufführungsbedingungen.
Kostenbeitrag:
Erwachsene 70,- EUR
Schüler/Studenten (bis 26 Jahre) 40,- EUR
JMD/DTKV/DKV/ECPNM-Mitglied
Erwachsene 45,- EUR
Schüler/Studenten (bis 26 Jahre) 25,- EUR
Für Unterkunft und Verpflegung ist selbst zu sorgen.
http://www.neue-musik-lueneburg.de/Workshop2008.pdf
ImpressumFortbildungszentrum für Neue Musik
Director: Prof. Helmut W. Erdmann
Assistenz: Claus-Dieter Meier-Kybranz
An der Münze 7
21335 Lüneburg
Telefon: 04131-309390
Fax: 04131-309390
Web:
http://www.neue-musik-lueneburg.de
Email:
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Verantwortlich:
Claus-Dieter Meier-Kybranz
