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[ 19. August 2009 ]

PRESSE - [Kulturrat] Köln: groteske Einsparungspläne / Kulturrat ruft zum Widerstand auf!

From: Kulturrat Newsletter
Date: August 19, 2009 1:22:36 PM GMT+02:00
Subject: [Kulturrat] Köln: groteske Einsparungspläne / Kulturrat ruft  zum Widerstand auf!

Pressemitteilung

Köln: groteske Einsparungspläne sind ein Vorgeschmack auf 
Einsparungswelle im Kulturbereich
Deutscher Kulturrat ruft zum Widerstand gegen die Einsparungen in Köln 
auf
Berlin, den 19.08.2009. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der 
Bundeskulturverbände, sieht in dem Vorschlag des Kölner Stadtkämmerers 
Dr. Norbert Walter-Borjans, 30% des Kulturetats der Stadt Köln 
einzusparen, ein verheerendes Signal für die Kulturfinanzierung in 
Deutschland. In Köln ist bereits jetzt zu sehen, was in den kommenden 
Monaten in vielen Kommunen an der Tagesordnung sein wird.

Die Kommunen haben drei Probleme gleichzeitig zu bewältigen:
• Erstens brechen die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund der 
Wirtschaftskrise massiv ein. Gerade die Gewerbesteuer ist das Rückgrat 
der kommunalen Finanzen in vielen Städten und Gemeinden.
• Zweitens aufgrund der Wirtschaftskrise wurden von Bund und Länder 
in zuvor unbekanntem Ausmaß Schulden aufgenommen, die zurückgezahlt 
werden müssen. Das wirkt sich ab 2010 auch auf die Kommunen aus.
• Drittens die seit diesem Sommer im Grundgesetz verankerte 
Schuldenbremse trägt dazu bei, dass in den nächsten Jahren der 
Schuldenabbau Vorrang hat, so dass zusätzliche Einsparungen in 
Milliardenhöhe bei den Kommunen, den Ländern und dem Bund erforderlich 
sein werden.
Besonders die Kulturausgaben werden von den Kämmerern bei Einsparungen 
in den Blick genommen, weil sie sogenannte freiwillige Aufgaben der 
Kommunen sind. Um die Kultur vor einem Kahlschlag zu schützen, müssen 
die öffentlichen Kulturausgaben zu einerPflichtausgabe der Kommunen 
werden.

Mögliche Lösungsmöglichkeiten sind:
• Erstens die Verankerung des Staatsziels Kultur im Grundgesetz. Das 
Staatsziel Kultur führt zwar nicht unmittelbar zu mehr Geld, kann aber 
bei Abwägungsentscheidungen, ob eine Kulturfinanzierung freiwillig 
oder pflichtig ist, eine wichtige Rolle spielen.
• Zweitens einzelgesetzliche Regelungen zur Absicherung von 
Kultureinrichtungen wie z.B. Bibliotheks- oder Theatergesetzemüssen 
verabschiedet werden, die den Bereich der pflichtigen Kulturausgaben 
definieren.
• Drittens übergreifende Gesetze wie Gesetze zur kulturellen Bildung 
müssen von Bund und Ländern verabschiedet werden.
• Viertens Kulturraumgesetze (wie in Sachsen) oder Maßnahmen der 
interkommunalen Kulturfinanzausgleichs müssen geprüft werden.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: 
„Die jetzt in Köln bekannt gewordenen grotesken Einsparungspläne sind 
ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Monaten in Sachen 
Kulturfinanzierung auf uns zu kommen wird. Fatal ist, dass erst in 
dieser Legislaturperiode die Verankerung des Staatsziels Kultur im 
Grundgesetz sowohl im Deutschen Bundestag als auch im Bundesrat 
gescheitert ist und dadurch eine Möglichkeit, die Kulturfinanzierung 
als pflichtigere Aufgabe von Kommunen, Ländern und dem Bund zu 
definieren, verpasst wurde. Wir rufen den gesamten Kulturbereich auf, 
Widerstand gegen die Einsparungen in Köln zu leisten, denn wenn der 
Stadtkämmerer in Köln sich, auch nur teilweise, durchsetzt, werden 
vielen Kämmerer in anderen Kommunen seinem Beispiel folgen. Ohne 
Gegenmaßnahmen wird der Kulturbereich bei den nun anstehenden 
Sparmaßnahmen zum Zahlmeister der Nation werden.“

Impressum:
Deutscher Kulturrat e.V.
Chausseestrasse 103
10115 Berlin
Web: http://www.kulturrat.de
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Tel: 030/24728014
Fax: 030/24721245
Verantwortlich:
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

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