[ 4. Oktober 2010 ]

BERLIN – KLANGZEITORT Schwerpunkt WiSe 2010/11, Expanded Music, Sound & Video, Raum & Körper

Von: „klangzeitort. Institut für neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler“
Datum: 4. Oktober 2010 12:06:23 MESZ
Betreff: Schwerpunkt WiSe 2010/11: Expanded Music: Sound & Video, Raum & Körper
Liebe Leserin, lieber Leser,

der Grenzbereich von Musik, Sound, Video, Film, Licht, Raum und Körper steht im Mittelpunkt des Schwerpunkts „Expanded Music: Sound & Video, Raum & Körper“, den KLANGZEITORT, das Institut für Neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler, und das Institut für zeitbasierte Medien der UdK Berlin im Wintersemester 2010/11 und Sommersemester 2011 gemeinsam veranstalten.

In einer Ringvorlesung stellen die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler – Videokünstler, Regisseure, Bühnenbilder, Komponisten und Choreographen – Projekte vor, die Raum, Klang, Bild und Bewegung auf ganz eigene Art und Weise verbinden. Mit ihrem Fokus auf intermediale und interdisziplinäre Zusammenarbeit wendet sie sich an Studierende der Studiengänge Komposition, Film/Video, Bühnenbild, Tanz und alle anderen Interessierten.

Drei Workshops sollen die praktische Zusammenarbeit von Studierenden verschiedener Disziplinen von Anfang an ermöglichen: Die Künstlergruppe Transforma bietet einen zweiwöchigen Kurs an, in der die audiovisuelle Live-Performance als Mischform aus Konzert, Kino, Performance & Experiment im Mittelpunkt steht. Im Workshop „Sound & Video, Raum & Körper“ auf dem Gutshof Sauen werden aus gemeinsamen praktischen Körper- und Bewegungsübungen nach und nach kurze Arbeiten entwickelt, die Körper und Raum mit Live-Video und Sound verbinden. Die späten Theaterstücke und Filme von Samuel Beckett stehen im Mittelpunkt eines weiteren Workshops, der am Ende des Semesters stattfinden wird.

Darüber hinaus beschäftigen sich verschiedene reguläre Seminare mit dem Bereich Performance, Video, Raum und Musik. Die im Rahmen des Schwerpunkts entstandenen Projekte werden Ende des Sommersemesters 2011 in einem kleinen Festival aufgeführt.

Das ausführliche Programm für das Wintersemester 2010/11 finden Sie weiter unten in dieser Email oder unter http://www.klangzeitort.de

Herzliche Grüße,
Ihr KLANGZEITORT-Team

KLANGZEITORT
Institut für Neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler
http://www.klangzeitort.de
contact@klangzeitort.de
Tel: ++49 (0)30 / 3185 – 2701/2700
Fax: ++49 (0)30 / 3185 – 2710

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VERANSTALTUNGEN EXPANDED MUSIC
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RINGVORLESUNG „SOUND & VIDEO, RAUM & KÖRPER“
Dienstags, 19.30 Uhr
UdK Berlin, Medienhaus, Grunewaldstraße 2-5, 10823 Berlin, Aula (U7 Kleistpark)

7. Dezember 2010
TRANSFORMA (BARIS HASSELBACH, SIMON KRAHL): LIVE AUDIO/VIDEO PERFORMANCE
Die Künstlergruppe Transforma arbeitet seit 2001 an der Schnittstelle von Musik, Video und Live-Performance, oftmals in Kooperation mit anderen Künstlern und Musikern. Im Vortrag stellen sie ihre Entwicklung und Arbeitsweise vor.

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14. Dezember 2010
JANINA JANKE (REGISSEURIN UND BÜHNENBILDNERIN): DIE STADT ALS BÜHNE
Die Regisseurin und Bühnenbildnerin Janina Janke setzt sich seit ihrer Mitbegründung der OPER DYNAMO WEST mit markanten Gebäuden und Räumen der Stadt Berlin künstlerisch auseinander. Im Rahmen von OPER DYNAMO WEST konzipiert und realisiert sie dokumentarische Theaterprojekte, Rauminterventionen sowie experimentelle Musiktheaterinszenierungen auf der Schnittstelle von Architektur und Darstellender Kunst. Ihre Inszenierungen sind der Versuch, die den Gebäude innewohnenden Geschichten freizulegen. Das gefundene Material wird vor Ort inszeniert – ästhetische, soziologische und narrative Strukturen von Architektur sollen so direkt erfahrbar gemacht werden. Musik, Text und Raum treten hierbei in einen gleichberechtigten Dialog für experimentelle und interdisziplinäre Projekte.

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11. Januar 2011
DANIEL KÖTTER (REGISSEUR UND VIDEOKÜNSTLER): KLANGRAUM UND ZEITBILD
Der Regisseur und Videokünstler Daniel Kötter arbeitet seit über 10 Jahren mit Mehrkanal-Videoinstallationen und alternativen konzertanten Formaten. Seine Arbeiten thematisieren und changieren zwischen verschiedenen medialen und institutionellen Kontexten und verbinden Techniken des strukturalistischen Experimentalfilms mit dokumentarischen und raumgestalterischen Ansätzen. Das Verhältnis von Klangraum und Zeitbild beschäftigt ihn bei zahlreichen interdisziplinären Kollaborationen mit Komponisten und Choreographen, im Ausstellungsraum, Konzert, Theater oder Kino.

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18. Januar 2011
CHRISTOPH BRECH (VIDEOKÜNSTLER): VISUALISIERUNG VON MUSIK
Die Visualisierung von Musik ist in den Video-Filmen von Christoph Brech ein immer wiederkehrendes Thema; ob in den Falten eines Dirigentenfracks (Christoph Poppen), in der graphischen Umsetzung von Taktstockbewegungen (Mariss Jansons) oder in Portraitstudien (Quatuor Ebene).

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25. Januar 2011
RHYS MARTIN (TÄNZER UND CHOREOGRAPH): TYROLEAN TUAREG – THE CHALLENGE OF CHOREOGRAPHING FOR SCREENED AND LIVE THEATRE PERFORMANCE.

Commissioned by the Tanzkooperative SüdTyrol, this performance took on as its broad challenge, the question of identity. Working with documentary film maker Emanuele Vernillo, a full length film was made for the performance shot between Morocco and the Italian alps. The presence of the performers both in the film and on stage tackles the often problematic dramaturgical relationship between live performance and visual media.

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31. Januar 2011, 19.30 Uhr (Achtung: Montagstermin!)
BERNHARD LANG (KOMPONIST): KINEMATOGRAFISCHE STRATEGIEN
Der Komponist Bernhard Lang stellt kinematografische Strategien in seinen Arbeiten „Vtrike“ und „Maschinenhalle“ vor. Anhand des Begriffs der Granularen Analyse soll die Übertragung von Techniken des Experimentalfilms (Martin Arnold, Ortiz) auf Klang und Bewegung gezeigt werden.

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8. Februar 2011, 19.30 Uhr
BARBARA EHNES (BÜHNENBILDNERIN): BÜHNENBILD UND VIDEO
Barbara Ehnes studierte freie Kunst und Bühnenbild in Amsterdam und in Hamburg bei Wilfried Minks und Marina Abramovic sowie Theater- und Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg. Sie entwirft Bühnenbilder für die Regisseure Stefan Pucher, Stefan Bachmann, Jossi Wieler / Sergio Morabito, Stefan Bachmann, Lars-Ole Walburg, Calixto Bieito, Schorsch Kamerun, Ruedi Häusermann und der Choreografin Meg Stuart. In der Zeit der Intendanz von Frank Baumbauer (2001-2009) gehört sie zum künstlerischen Leitungsteam der Münchner Kammerspiele. 2005 erhielt sie den deutschen Bühnenpreis „Opus“ für technisch-gestalterische Leistungen der Bühnenarbeit in der Kategorie Bühnenbild.

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SEMINARE UND WORKSHOPS
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Ab 5. Oktober 2010, dienstags 16-18 Uhr (wöchentlich)
RAUMZEITEN (KIK-SEMINAR I)
Leitung: Prof. Wolfgang Heiniger
HfM Hanns Eisler, Charlottenstraße 55, Raum 458
Audiovisuellen Analysen, Lektüren und Diskussionen zum musikalischen und szenischen Raum anhand verschiedener Texte, Werke, Filme und kleiner Exkursionen.

Ab 18. Oktober 2010, montags 18-21 Uhr (14tägig)
HÖRANALYSE EIGENER UND FREMDER WERKE, SCHWERPUNKT MUSIKTHEATER
Leitung: Iris ter Schiphorst
UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Raum 310
Das Zusammenspiel von „Sound & Video, Raum & Körper“, u. a. in Arbeiten von Michel van der Aa, Helmut Oehring, Heiner Goebbels.

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Ab 25. Oktober 2010, montags 13-15 Uhr (wöchentlich)
ZEIT UND RAUM IN FILM UND VIDEO
Leitung: Maria Morata
UdK Berlin, Medienhaus, Grunewaldstraße 2-5, Raum 129

Zeit und Raum sind traditionell zwei wesentliche Kategorien, die unsere Erfahrung der Welt ermöglichen. Film- und Videoarbeiten müssen sich ständig mit beiden Wahrnehmungsparametern auseinandersetzen, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Auf einer Seite wird die Raumkonstruktion durch die Verteilung und Anordnung verschiedener Elemente (Licht, Farbe, Schärfentiefe, Bewegung der Kamera und der Figuren) in jeder einzelnen filmischen Einstellung bestimmt, welche die Zweidimensionalität der Leinwand ausloten und in Frage stellen. Auf der anderen Seite wird Raum im Film durch Montage-Techniken erzeugt, die aus diskontinuierlichen Raumeinheiten Kontinuität und Homogenität schaffen – und damit gleichzeitig auf den zeitbasierten Charakter der Medien verweisen.

Nach einem Einführungsteil in die klassische filmische Raum- und Zeitkonstruktion wird sich das Seminar auf Strategien konzentrieren, welche von konventionellen Verfahren abweichen und die Grenzen unserer Sehgewohnheiten erforschen. Anhand von Beispielen aus den Bereichen narrativer Film, experimenteller Film und Videokunst sowie der Lektüre theoretischer Texte werden die unterschiedlichen Bezüge von Zeit und Raum im bewegten Bild untersucht.

Anmeldung: maria.morata@gmail.com

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Ab 27. Oktober 2010, mittwochs 10-14 Uhr (14tägig /Block)
LIVE AUDIO/VIDEO PERFORMANCE: ECHTZEIT UND EXPERIMENT
Mit Simon Krahl und Baris Hasselbach
UdK Berlin, Medienhaus, Grunewaldstraße 2-5, Raum 127
Die Live A/V Performance als Mischform aus Konzert, Kino, Performance & Experiment unterliegt eigenen Regeln der Dramaturgie und Struktur. Der Kurs beschäftigt sich in einer Workshop-Situation mit der Live-Strukturierung von in Echtzeit erzeugtem oder vorbereitetem Videobild und Klang. Dabei liegt der Fokus, im Gegensatz zu generativen und digitalen Methoden, auf der analogen Manipulation von Objekten, Interaktionen von Performern mit Kamera und Mikro als Hauptwerkzeuge zur Bild- und Tonerstellung. Es werden Beispiele gezeigt und diskutiert, kurze technische Einführungen gegeben (u.a. in die Software Modul8) hauptsächlich aber mit Materialien, Kamera und Sound experimentiert, live performt und dabei versucht, sich dem Prozess des ‚Entscheidens in Echtzeit‘ zu nähern. Im weiteren Verlauf soll jeder Kursteilnehmer allein oder in Gruppenarbeit ein eigenes Live-A/V-Set entwickeln. Von der Idee über die Organisation des Materials hin zu technischem Setup, Dramaturgie und der Performance.

Website: http://www.transforma.de

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Ab 27. Oktober 2010, mittwochs 14-16 Uhr (wöchentlich)
STIMME UND PERFORMANCE – LADY GAGA UND IHRE SCHWESTERN (PROSEMINAR)
Leitung: Prof. Dr. Christa Brüstle
UdK Berlin, Fasanenstraße 1 B, Raum 212

Die weibliche Stimme in der Popmusik stellt durch aktuelle Erscheinungen wie Amy Winehouse, Beth Ditto, Rihanna, Beyoncé oder Christina Aguilera, Pink, Shakira, M.I.A., neue Fragen an ihre Beschreibung, Einordnung und Interpretation. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Stimme in einen Komplex von medialen Inszenierungstrategien und unterschiedlichen Konzepten der Performance eingebunden ist. Im Proseminar werden daher die Grundlagen erarbeitet, diesen aktuellen Phänomenen analytisch und reflektierend näher zu kommen. Zur Vorbereitung wird empfohlen, sich mit der Musik und den Videos der genannten Künstlerinnen vertraut zu machen. Im Seminar wird darauf aufgebaut. Eine breitgefächerte Lektüre einschlägiger Texte aus der „Popmusicology“, aus der Theaterwissenschaft sowie aus den Performance Studies wird erwartet.

Literaturliste: Simon Frith, Performing Rites. On the Value of Popular Music, Cambridge, Mass. 1996; Peter Wicke, Von Mozart zu Madonna. Eine Kulturgeschichte der Popmusik, Leipzig 1998; Kunst-Stimmen (= Theater der Zeit. Recherchen 21), hg. von Doris Kolesch und Jenny Schrödl, Berlin 2004; PopMusicology. Perspektiven der Popmusikwissenschaft, hg. von Christian Bielefeldt, Udo Dahmen, Rolf Grossmann, Bielefeld 2008; Stimm-Welten. Philosophische, medientheoretische und ästhetische Perspektiven, hg. von Doris Kolesch, Vito Pinto, Jenny Schrödl, Bielefeld 2009; Philip Auslander, „Musical Personae“, in: The Drama Review 50, 2006, S. 100-119; Philip Auslander, „Performance Analysis and Popular Music: A Manifesto“, in: Contemporary Theatre Review 14, 2004, S. 1-14.

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30. Oktober bis 2. November 2010 (Block)
SOUND & VIDEO, RAUM & KÖRPER (WORKSHOP)
Gutshof Sauen
Mit Prof. Maria Vedder, Till Beckmann (Institut für zeitbasierte Medien), Kirsten Reese (Studiengang Komposition), Lucy Cash (Tanz/Performance, London), Stephanie Schwarz und Stephanie Bender (Theater- und Musikwissenschaft)

In diesem interdisziplinären Workshop sollen aus gemeinsamen praktischen Körper- und Bewegungsübungen nach und nach kurze Arbeiten entwickelt werden, die Körper und Raum mit Live-Video und Sound verbinden. Zusätzlich werden (am Abend) aktuelle, ausgewählte künstlerische Arbeiten zum Thema vorgestellt.

Anmeldung per Email an kirsten.reese@gmx.net und drtill@drtill.de

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3. bis 7. Februar
SAMUEL BECKETT: „SQUARE“ – „WORDS AND MUSIC“
Gutshof Sauen
Blockseminar zu späten Theaterstücken und Filmen von Samuel Beckett sowie damit verbundenen Kompositionen von Morton Feldman. Theoretische Einführung und praktische Inszenierungsansätze.
Leitung: Martin Bauer (Buenos Aires), Daniel Ott (UdK Berlin).