Thomas-Seelig-Fixed-Media-Preis

Seit 2018 vergibt die DEGEM den von Folkmar Hein gestifteten Thomas-Seelig-Fixed-Media-Preis in Höhe von 2000 € verbunden mit einem Kompositionsauftrag für „fixed media“. Mit dem Preis sollen herausragende Leistungen im Bereich der akusmatischen Musik gewürdigt und gefördert werden.

Eine dreiköpfige, alle 2-3 Jahre wechselnde Jury wählt jährlich eine Person für den Preis aus. Bewerbungen sind nicht möglich.

In den vergangenen Jahren erhielten den Preis:

2021: Annette Vande Gorne

Nach ihrer klassischen Ausbildung an den Königlichen Konservatorien von Mons und Brüssel und ihrem Studium bei Jean Absil entdeckte Annette Vande Gorne während eines Kurses in Frankreich die Akusmatik. Überzeugt vom revolutionären Charakter dieser Kunst studierte sie anschließend Musikwissenschaft (ULB, Brüssel) und elektroakustische Komposition bei Guy Reibel und Pierre Schaeffer (CNSM, Paris).
Sie gründete und leitet mit Musiques & Recherches eine der akusmatischen Musik verpflichtete Gesellschaft, das Studio Métamorphoses d’Orphée (Ohain, 1982) sowie den Kompositionswettbewerb Métamorphoses und das Akusmatik-Festival L’Espace du son, für das sie ein inzwischen aus über 80 Lautsprechern bestehendes Akusmonium aufbaute. Sie ist Herausgeberin von Lien, Zeitschrift für musikalische Ästhetik, und betreut mit electrodoc Belgiens einziges Dokumentationszentrum für elektroakustische Musik.
In mehr als 600 Konzerten raumbezogener akusmatischer Musik führte sie seit 1980 sowohl eigene Stücke als auch die Werke anderer auf.
Als Professorin für akusmatische Komposition zunächst am Königlichen Konservatorium in Lüttich (1986), später in Brüssel (1987) und in Mons (1993), gründete sie an letzterem eine eigenständige Abteilung für elektroakustische Musik, die später (2002) in den Rahmen des europäischen Graduiertenstudiums integriert wurde. 
Ihre aktuelle Arbeit konzentriert sich auf verschiedene energetische und kinästhetische Archetypen. Die Natur und die physische Welt liefern ihr Modelle für eine abstrakte und expressive musikalische Sprache. Darüber hinaus gilt ihr Forschungsinteresse im Bereich der elektroakustischen Technologie den verschiedenen Beziehungen von Wort, Bedeutung und Klang der Stimme sowie der Komposition des Raums als fünftem musikalischer Parameter in dessen Verhältnis zu Tonhöhe, Tondauer, Lautstärke und Klangspektrum.
 

 2020: Benjamin Thigpen

Geboren in den Vereinigten Staaten, später nach Frankreich eingebürgert; nomadisch in seinem Charakter und in seinen Erfahrungen. Nach abgebrochenem Musikstudium studierte er Literatur und Ästhetik und unternahm ausgedehnte Reisen. Durch elektronische Komposition kehrte er schrittweise wieder zur Musik zurück.
Er schafft Musik für Lautsprecher – als Komponist und als darstellender elektronischer Musiker. Er komponiert in verschiedenen europäischen elektroakustischen Studios (VICC, GRM, EMS, STEIM) und gibt Konzerte in Europa, Amerika, Russland und Japan. Er hat drei Solo-CDs veröffentlicht – human for scale (EMF Media 2005), divide by zero (Sub Rosa 2011), flux (empreintes DIGITALes 2017) – und seine Musik erscheint auch auf verschiedenen Compilations. Er tritt mit Jean-François Laporte im Duo Rust, mit Stefano Bassanese in Les Frères Bobine, mit dem Cellisten Benjamin Carat in Fluid Identities und mit dem Schlagzeuger/Sänger Seijiro Murayama in einem unbenannten Duo auf. Er lehrt Computermusik an der Arts2 in Belgien.
Er ist der Meinung, dass Musik keine Sprache ist, sondern eine gelebte körperliche Erfahrung, und dass sie nicht die Kunst des Klangs ist, sondern die Kunst der Transzendenz des Klangs.

http://soundcloud.com/benjamin-thigpen/sets
http://www.benjaminthigpen.net
https://www.emdoku.de/de/artist/thigpen-benjamin


2019: Magdalena Długosz

Studium der Komposition an der Musikakademie in Krakau. Seit 1979 unterrichtet sie dort auch im Electroacoustic Music Studio. Długosz arbeitete auch im polnischen Radio Experimental Studio in Warschau, in der Stockholmer Elektronmusikstudie und im Centrum pre elektroakustickú a computerovú hudbu von Radio Bratislava. Sie arbeitet auch mit elektroakustischen Musikzentren in Frankreich zusammen, darunter dem GRAME-Studio (Groupe de Recherche Appliquée en Musique Electroacoustique) in Lyon und dem IMEB (Institut International de Musique Electroacoustique de Bourges). Magdalena Długosz ist auch eine ausgezeichnete Dozentin am Lehrstuhl für Komposition der Hochschule für Musik in Krakau. Ihre Stücke wurden auf Festivals für zeitgenössische Musik in Polen und im Ausland aufgeführt (Nürnberg, Köln, Berlin, Dresden, Hamburg, Stockholm, Oslo, Bratislava, Lyon, Seoul, Taegu, Washington, Straßburg, Stuttgart, Bourges, Lemberg, Minsk).

https://emdoku.de/de/artist/dlugosz-magdalena


2018: Beatriz Ferreyra

Sie war Mitglied von Pierre Schaeffers G. R. M. (1963-70) und arbeitete mit ihm an seinen Büchern „Traité des Objets Musicaux“ (1966) und „Solfège de l’Objet Sonore“ (1967). Ferreya ist seit 1970 ein unabhängiger Komponist und Mitglied des Collège des Compositeurs der Groupe de Musique Expérimentale de Bourges (G.M.E.B.). Seit 1967 erhielt sie Aufträge für Konzerte, Festivals, Filme, Theater und Video, verfasste Artikel und hielt Seminare und Vorträge. Ferreyra ist seit 2014 Ehrenmitglied von CIME / ICEM.

https://emdoku.de/de/artist/ferreyra-beatriz