[ 6. Juli 2026 ]

Zum Tod des Komponisten Lothar Voigtländer (1942–2026)

 
Der Komponist Lothar Voigtländer ist am 4.Juli 2026 verstorben.

Lothar Voigtländer wurde am 3.9.1943 im mittelsächsischen Leipzig geboren. Er erhielt seine erste musikalische Prägung als Sängerknabe des Dresdner Kreuzchores unter Rudolf Mauersberger und unternahm dort erste kompositorische und dirigentische Versuche. Ab 1962 studierte er an der Hochschule für Musik Leipzig Dirigieren bei Rolf Reuter und Komposition bei Fritz Geißler. 1968 startete er sein Berufsleben als Chordirektor und Kapellmeister am Theater der Altmark in Stendal. Kompositionen dieser Zeit führten ihn von 1970 bis 1972 in die Meisterklasse für Komposition an der Akademie der Künste Berlin bei Günter Kochan. Seit 1973 lebte er als freischaffender Komponist in Berlin. Bereits in dieser Zeit entstanden Orchestermusiken, Orchesterlieder, Kantaten, Kammermusik, ein Oratorium sowie Hörspielmusiken.

Ab 1975 widmete er sich intensiv der elektroakustischen Musik, studierte in Bratislava und Budapest und arbeitete in renommierten internationalen Studios und auf Festivals in Bourges, Zürich, Basel, Hilversum, Freiburg und Berlin. Lothar Voigtländer war neben Georg Katzer der wichtigste Vertreter in der elektroakustischen Musikszene in der DDR. Sie gründeten 1984 die DDR-Sektion der CIME, der Internationalen Konförderation für Elektroakustische Musik mit Sitz in Bourges/Frankreich. Diese war für die die Szene in der DDR ein wichtiges Fenster in die westliche Welt. Später wirkte Voigtländer auch im gesamtdeutschen Vorstand der DecimE, aus der dann die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM) hervorging. Die EM-Doku listet über 41 Werke auf, darunter 7 Preise.

Als Aufsichtsrat der GEMA in den Jahren 2006-2016 setzte er sich vehement für die Belange der Elektroakustischen Musik ein.
Sein Einsatz für die Kollegenschaft als Vize-, später als Präsident des Deutschen Komponistenverbandes in den Jahren 2007-2013 und auch als Begründer der Fachgruppe E-Musik im DKV ist hoch zu schätzen. Auch wenn sein Vorstoß für die Schaffung eines Fonds für zeitgenössische Musik beim damaligen Kulturstaatsminister zunächst ohne Echo blieb, half er jedoch den Boden zu bereiteten, daß dieser in 2016 schließlich gegründet werden konnte.

Daß Lothar Voigtländer aber vor allem ein hervorragender und erfolgreicher Komponist war, der sein Handwerk verstand, sollte über sein kulturpolitisches Engagement nicht vergessen werden.

Als ein stets engagierter, streitbarer Protagonist der Neuen Musik in Deutschland wird er uns fehlen.

Nachruf auf Prof. Lothar Voigtländer

https://www.nmz.de/personalia-portraets/portraets/und-es-kommt-der-tag-da-wir-dich-kennen-werden-zum-tod-des

Zum Nachruf von Matthias Herrmann

Zum Nachruf von Ekkehard Klemm

LOTHAR VOIGTLÄNDER IN DER EMDOKU

HOMEPAGE DES KOMPONISTEN LOTHAR VOIGTLÄNDER (1943–2026)

 

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